Fotoausstellung der "Freien Fotografen"
Weiden alt und neu im direkten Vergleich

"Daran kann ich mich noch gut erinnern!" - "Weißt du, wo das ist?" Lebhafte Diskussionen und wehmütige Erzählungen von der Zeit "damals" hörte man bei der Eröffnung einer Fotoausstellung im Alten Schulhaus. Kein Wunder. Schon der Titel verriet den Charakter der Bilderschau: "Weiden war ... Weiden ist".

Am Mittwoch eröffnete die Präsidentin der Gruppe "Freie Fotografen", Zaneta Weidner, die Ausstellung mit knapp 40 historischen und genau so vielen aktuellen Fotos der Stadt. Akribisch hatten die Mitglieder der Gruppe alte Postkarten und Fotos, hauptsächlich aus dem Privatbesitz von Markus Schneider, nachfotografiert. Weidner berichtete vom "spannendsten Teil der Aktion", nämlich, die richtigen Stellen zu finden, um sie exakt abbilden zu können.

Die Bilder aus den letzten 100 Jahren der Max-Reger-Stadt sind im gleichen Format wie die aktuellen Fotos nebeneinander ausgestellt und bieten so den direkten Vergleich. Manche Gebäude oder Straßenzüge, wie etwa die Häuser, die durch die Explosion des Munitionszuges 1945 zerstört wurden (Originalfoto aus dem Besitz von Elke Englmaier), sind heute nicht wiederzuerkennen. Andere Stellen haben sich kaum verändert und gleichen fast genau den neuen Fotografien.

Bürgermeister Jens Meyer sprach bei der Vernissage von einer "faszinierenden Ausstellung am richtigen Ort, im Alten Schulhaus". Nachdem sich das Bild der Stadt im Laufe des letzten Jahrhunderts ständig verändert habe, sei sie "jetzt wieder im Umbruch". Unter den Gästen begrüßte Meyer auch den früheren langjährigen Stadtrat Franz Baierl, der als Zeitzeuge die Stadt lange Zeit mitgestaltet hatte und viele der historischen Bilder aus eigener Erinnerung kommentieren konnte.

Es gelte, auch das heutige Bild "für unsere Nachkommen" zu erhalten, stellte Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz fest. Eine erste bildliche Darstellung Weidens gebe es aus dem Jahr 1576, Fotos erst seit dem 19. Jahrhundert. Sie freue sich über die "wundervolle Fotoausstellung", sagte die Stadtarchivarin. Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl lobte die "Super-Idee" der Gruppe, die seit dreieinhalb Jahren in der Dachorganisation Mitglied ist.

Markus Schneider, ein Weidener Geschäftsmann, der den "Freien Fotografen" die Vorlagen stellte, hat über 11 000 historische Fotos und Postkarten von Weiden gesammelt. Der 47-Jährige betonte, dass großes Interesse an der Weidener Geschichte bestehe. Mittlerweile sammelt er auch Bilder aus dem Umland. "Bemerkenswert ist, dass jeder Betrachter etwas dazu zu erzählen hat."

Die Ausstellung mit Bildern von Zaneta Weidner, Helmut Meier, Christina Bäumler, Elke Englmaier, Sebastian Flaschel, Annelies und Dieter Neumann, sowie Margareta und Bernhard Czichon ist bis 20. Oktober zu sehen.
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