Fragwürdige Klamotten und Carsharing Themen bei lokaler Agenda 21
Gegengift für die Kleidung

Über Gift in Kleidung informierte Gisela Helgath, Stephan Korb referierte über Carsharing und E-Mobilität. Bilder: otj (2)

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Klimaschutz - damit befasst sich die lokale Agenda 21 in Weiden und im Landkreis. In Iblackers Zoiglstüberl gab es nun Infos zu zwei aktuellen Themen. Gisela Helgath referierte über "Gift in unserer Kleidung", Stephan Korb über "Carsharing und E-Mobilität".

Helgath kennt als Bekleidungsingenieurin den Markt schon seit Jahren. Am Beispiel der Baumwolle erklärte sie die verschiedenen Schritte von der Saat bis zur Verarbeitung. So würden schon die Samen gebeizt, um sie vor Käfern und Würmern zu schützen. Aus Angst vor Ernteausfällen besprühten die Anbauer auch die Pflanzen mit schädlichen Mitteln. Außerdem sei maschinelle Ernte nur möglich, wenn die Pflanzen vorher entlaubt würden - "mit "Agent Orange", das man noch aus dem Vietnam-Krieg kennt. Durch all diese Schritte sei der Boden vergiftet. Nach der Ernte gehe es weiter. "Damit die Baumwolle in den Containern nicht verdirbt, werden sie mit Schimmel-Schutz behandelt." Problematisch sei auch die Weiterverarbeitung in Fernost. Hier seien die Menschen oft schutzlos den Giftstoffen ausgeliefert.

Biowolle bevorzugen


Interessant sei, dass nicht am Preis erkennbar sei, ob es sich um belastete Produkte handelt. "In Verruf gekommen sind die Hersteller von teurer Funktionskleidung wie Northface oder Jack Wolfskin." Diese Hersteller hätten sich zwar bereiterklärt, zu handeln. Viel habe sich aber nicht getan.

Helgath empfiehlt deshalb Kleidung aus Biowolle. "Ob es sich dann auch um fair produzierte Wolle handelt, ist damit aber nicht geklärt." Kleidung aus Biowolle sei besser als ihr Ruf. So hätten sich auch die Designs weiterentwickelt.

Nachdem die Agenda 21 vor einiger Zeit ein Carsharing-Projekt aus Vaterstetten vorgestellt hatte, möchte Stephan Korb jetzt konkret werden. "Ich finde den Gedanken unheimlich reizvoll, nur noch für Mobilität zu zahlen und nicht für ein Auto, das die meiste Zeit nur steht." Wenn sich genug Mitstreiter für seine Idee fänden, könnte man sich mit einer Vereinsgründung befassen.

Im Gegensatz zu Vaterstetten möchte sich Korb aber auf die E-Mobilität konzentrieren. Um dies vernünftig zu gestalten, müsste es in Weiden zunächst mehr Ladestationen geben. Das verursacht Kosten, die aber unter den richtigen Voraussetzungen öffentlich gefördert würden, beispielsweise durch das Bundesverkehrsministerium. Konkrete Vorstellungen, welche Preise die möglichen Mitglieder erwarten würden, nennt Korb auch. "Wir würden tagsüber 90 Cent pro Stunde berechnen und nachts 20 Cent." Dann gebe es noch eine Kilometerpauschale.

Online buchen


In Vaterstetten müssten die Mitglieder eine Einlage von 600 Euro berappen, die sie aber beim Austritt wieder bekämen. Die Einlagen seien für den Fahrzeugkauf verwendet worden. "Ich könnte mir aber auch vorstellen, die E-Mobile zu leasen." Die Buchung der Fahrzeuge durch die Mitglieder solle durch ein Online-Tool geregelt werden, in dem der Nutzer das Fahrzeug reservieren kann.
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