Frater Johannes als neuer Präses der Marianischen Congregation im Interview
Kurznachricht mit Folgen

Frater Johannes aus dem Kloster Speinshart freut sich über seine neue Aufgabe als Präses der Marianischen Congregation, die er selbst als "Gemeinschaft in gemütlich-gechillter Atmosphäre" beschreibt. Bild: Schönberger

Was eine Nachricht aufs Handy auslösen kann? Wenig. Nach zwei aber kann es passieren, neuer Präses der Marianischen Congregation zu sein.

Die Marianische Congregation (MC) hat seit 1. Januar einen neuen Präses: Frater Johannes Bosco aus dem Kloster Speinshart. Am Freitag, 4. März, um 19 Uhr beginnt der Einführungsgottesdienst in der St.-Sebastian-Kirche.

Frater Johannes, eine wichtige Frage zuerst: Wie kam es dazu, dass Sie sich für das Kloster entschieden haben?

Frater Johannes: Bei mir ist es so, dass ich mich seit 2004 für die kirchliche Jugendarbeit engagiere, und schon damals ist für mich eigentlich klar gewesen, dass ich den geistlichen Weg gehen will. 2010 bin ich dann ins Kloster Speinshart eingetreten.

Und welche Aufgaben haben Sie dort zurzeit inne?

Frater Johannes: Im Kloster bin ich in erster Linie Student. Seit 2011 studiere ich nämlich in Regensburg Theologie. Ich bin aber auch für die Jugendarbeit zuständig und betreue seit September 2012 die Ministranten und katholischen Landjugenden in der Pfarrei der Gemeinschaft Speinshart. Außerdem bin ich Zeremoniar. Das heißt, dass ich den Ablauf großer Gottesdienste plane und dort mitwirke. Ich bin also derjenige, der in der Kirche dem Bischof den Stab übergibt oder ihm die Mitra aufsetzt.

Wie kam es dazu, dass Sie neuer Präses der MC wurden?

Frater Johannes: Das war so, dass ich im September eine "WhatsApp"-Nachricht meiner Nichte bekommen habe. Sie hat mich gefragt, ob ich jemanden wüsste, der als neuer Präses in Frage kommen würde. Da es aber immer weniger Kapläne gibt, habe ich dann überlegt und sie gefragt, ob es denn unbedingt ein Priester sein müsste. Ihre Antwort darauf: "Kannst nicht du es machen?" Ich dachte mir dann, wenn es der Abt genehmigt, mache ich es. Und das war dann auch der Fall.

Welche Aufgaben erwarten Sie als neuer Präses?

Frater Johannes: Ich bin hauptsächlich für die Spiritualität in der MC verantwortlich. Das heißt, ich gestalte Andachten zusammen mit den Jugendlichen oder behandle geistliche Themen in den Gruppenstunden. Außerdem habe ich die Schlüsselgewalt über das "Untere Tor", den Gruppenraum der MCler. Als Seelsorger bin ich aber auch in erster Linie Ansprechpartner für die Jugendlichen, wenn sie Probleme haben.

Wie wollen Sie die Jugendlichen für die Kirche begeistern?

Frater Johannes: (lacht) Wenn ich das wüsste. Es wird leider immer schwieriger, Jugendliche für die Verbandsarbeit zu begeistern, und man findet kaum noch Leute, die sich einbringen. Bei der MC haben wir derzeit rund 20 Mitglieder. Wer sich dafür interessiert, kann gerne freitags um 13.30 Uhr im "Unteren Tor" vorbeikommen. Wir sind kein typisch frommer Verein. Bei uns gibt es eine bunte Mischung aus Freizeit und geistlichen Momenten. Sozusagen eine Gemeinschaft in gemütlich-gechillter Atmosphäre.

Und warum sind genau Sie der Richtige für diese Stelle?

Frater Johannes: Gute Frage. Das Alter spielt meiner Meinung nach schon eine gewisse Rolle. Ich bin jetzt 30 geworden, und ich denke, dass ich auch deshalb einen guten Draht zu den Jugendlichen habe.

Ich bin auf Facebook vertreten und über "WhatsApp" erreichbar. Bis letztes Jahr hatte ich zwar noch kein "Wischhandy", aber das habe ich von den Landjugenden zum Geburtstag geschenkt bekommen. Die Jugendlichen dürfen mich auch duzen und nennen mich "JoBo". Seit meinem Klostereintritt heiße ich ja Frater Johannes Bosco. Und solange der Respekt vorhanden bleibt, geht der Spitzname für mich in Ordnung.
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