Freispruch füßr vermeintlichen Fahrraddieb
Im Zweifel für den Angeklagten

Fährt ein Fahrraddieb monatelang vor dem Geschäft herum, vor dem er das Bike geklaut hat? Eher nicht, meint der Richter. Und spricht den Angeklagten (29) frei.

Wegen schweren Diebstahls stand der Iraner vor Strafrichter Hubert Windisch. Der 29-Jährige sollte im Mai 2015 in der Innenstadt ein abgesperrtes Fahrrad gestohlen haben. Der Besitzer hatte damals den Diebstahl angezeigt und den Langfinger als "etwa 40-jährigen, schlanken, kurzhaarigen Mann ohne Brille" beschrieben. Als der Weidener Ende Juli diesen Jahres den Iraner mit dem auffällig lackierten Rad am Oberen Markt fahren sah, verständigte er die Gesetzeshüter. Vor Gericht identifizierte der Geschäftsmann den Angeklagten eindeutig als den Dieb. Dieser versicherte, er habe das Fahrrad in gutem Glauben vor einem halben Jahr für 60 Euro von einem Afghanen gekauft. Seither sei er viel damit gefahren. Auch in der Gegend, wo er aufgefallen sei und der Geschäftsinhaber wohnt, der die Anzeige erstattet hatte.

Rechtsanwalt Bernhard Schlicht wies darauf hin, dass sein Mandant gut zehn Jahre jünger ist, als der Dieb in der Anzeige beschrieben wurde. Außerdem sei er Brillenträger. Es dränge sich daher der Verdacht auf, dass der Geschädigte vom Fahrrad auf den Dieb geschlossen habe. Mit dieser Argumentation überzeugte der Verteidiger auch Staatsanwalt Dr. Christoph Edler, der ebenso wie Schlicht auf Freispruch wegen verbleibender Zweifel plädierte.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.