Fünf Weidener erhalten Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt
Unsichtbar, nicht unscheinbar

Unzählige Stunden, Tage und Jahre haben sie sich für das Ehrenamt engagiert (vorne, von links): Günter Alois Stadler, Sybille Wagner, Katharina Rix, Elfriede Zänger und Horst Straka. Bei einer Feierstunde im Rathaus überreichten Bürgermeister Lothar Höher, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Bürgermeister Jens Meyer dafür Ehrenzeichen und Urkunden des Ministerpräsidenten - und auch Blumen. Bild: Schönberger

Die Blumen gab es erst ganz zum Schluss. Anfangs durften die Damen und Herren nur mal einen kurzen Blick darauf werfen. Blumen waren aber beileibe nicht das Einzige, was die Geehrten für ihre Verdienste im Ehrenamt erhielten.

Das Ehrenzeichen von Ministerpräsident Horst Seehofer "in Würdigung langjähriger hervorragender Verdienste im Ehrenamt" überreichte Bürgermeister Jens Meyer an drei Frauen und zwei Männer. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß war für die Ehrenurkunden zuständig. Und Bürgermeister Lothar Höher spielte bei der Feierstunde im Neuen Rathaus den Blumenkavalier. Er trug anfangs zwar immer den selben Strauß hin und her, weil jede Auszeichnung einzeln erfolgte. Doch Seggewiß beruhigte das Quintett: "Wir müssen zwar sparen. Aber es sind Blumen für jeden da."

Doch zunächst mal gab es von ihm lobende Worte für Katharina Rix, Sybille Wagner, Elfriede Zänger, Günter Alois Stadler und Horst Straka. Sie alle haben in Vereinen, sozialen oder kulturellen Einrichtungen ein Engagement an den Tag gelegt, das nicht alltäglich ist.

Einsatz für Spätlese


Katharina Rix zum Beispiel beim Seniorenkreis Spätlese, den sie mitbegründete und von 1994 bis 2014 leitete. Dabei sorgte sie mit Informationsveranstaltungen, Ausflügen und Festen für ein abwechslungsreiches Programm. Von 1980 bis 2004 übte sie zudem das Amt der Schriftführerin im Gesangverein Lyra aus. 36 Jahre lang war sie zweimal jährlich für die Caritas-Sammlungen in Weiden-West unterwegs und bis heute trägt sie dort den "Gemeindegruß" an die Angehörigen der Pfarrgemeinde aus.

Als "tragende Säule der Telefonseelsorge Nordoberpfalz" bezeichnete der Oberbürgermeister Sybille Wagner . Sie leistete allein von 1992 bis 2014 über 5000 Stunden am Krisentelefon. Seit 2003 engagiert sie sich auch noch in der Mail-Seelsorge. Doch sie hat nicht nur ein offenes Ohr für die Anrufer in Not, sie engagiert sich auch für ihre Mitstreiter. Seit 1993 ist sie - mit kurzen Unterbrechungen - Sprecherin der Ehrenamtlichenvertretung.

15 Jahre Hüttenwartin


In den verschiedensten Funktionen bringt sich Elfriede Zänger beim Behinderten- und Vitalsportverein ein. Seit 18 Jahren wirkt sie im Vorstand mit, seit 15 Jahren betreut sie das Vereinsheim am Schießlweiher als Hüttenwartin. "Aufgrund ihres bisherigen Wirkens sind drei neue Vereinsprogramme entstanden, was bei einem so großen Verein fast wie ein zweites Beschäftigungsverhältnis ist", sagte Seggewiß. Schon über 20 Jahre ist Elfriede Zänger als Fachübungsleiterin bei der Frauengymnastik, beim Flugball und in der Jugendabteilung aktiv. Die Sportgruppe für Diabetiker, für die sie eigens den Lehrgang zur Reha-Übungsleiterin absolviert hat, feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen. Auch ihre sportlichen Erfolge hob Seggewiß hervor: "Elfriede Zänger war schon zwei Mal Deutsche Meisterin und zwei Mal Vizemeisterin im Bosseln."

Für Kunst und Brauchtum macht sich Günter Alois Stadler stark. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Kunst im Oberpfalzverein, den er vor 40 Jahren mitbegründet hat. Der Oberbürgermeister erinnerte an 36 Jahresausstellungen und zahlreichen Sonderausstellungen unter seiner Leitung. Für den Arbeitskreis Brauchtumspflege Weiden, den Stadler seit 24 Jahren leitet, organisiert er regelmäßige Mundartlesungen, außerdem 2014 - zusammen mit der Stadt - den 2. Volksmusikpreis.

Seggewiß erinnerte auch an Stadlers Verdienste um den Volkstrachtenerhaltungsverein "D' Altbairischen", in dem er sich als stellvertretender Vorsitzender, Schriftführer und von 1992 bis 2004 als Vorsitzender engagierte. Seine monatlichen Volkstanzübungsabende im Sportheim an Stockerhut erfreuen sich großer Beliebtheit. Und "last but not least" ist Günter Alois Stadler seit 2010 auch noch als Stadtheimatpfleger für das Brauchtum in der Stadt zuständig.

Traditionen hält auch Horst Straka hoch. Nicht nur, indem er im Schnupferclub Latsch, den er seit 1977 als Vorsitzender führt, bayerisches Brauchtum pflegt. Unter seiner Regie erfolgt seit dieser Zeit auch die jährliche Maibaumaufstellung in Latsch. Seggewiß listete eine ganze Reihe von regionalen und überregionalen Meisterschaften auf, die Horst Straka ausgerichtet hat: 1989 und 1994 die Oberpfälzer Schnupfmeisterschaft, 1992 den Deutschen Schnupfverbandspokal, 1996 die Bayerische Schnupfmeisterschaft und 2014 die Oberpfalz-Franken-Schnupfmeisterschaft. Einen Erfolg unter Strakas Ägide hob der Oberbürgermeister noch besonders hervor: "Bei der Schnupfweltmeisterschaft in der Schweiz 1998 wurde die Damenmannschaft Latsch Vizeweltmeister dieser geselligen Disziplin."

Hilfe im Verborgenen


Nicht nur Freunde, Verwandte und Vereinskameraden applaudierten den Geehrten. Auch die Fraktionsvorsitzenden der Weidener Parteien wohnten der Feierstunde bei. Bevor es zum gemütlichen Plausch ans kalte Büfett ging, ergriff Sybille Wagner noch das Wort. Sie dankte dafür, dass mit ihrer Auszeichnung ein Dienst geehrt wurde, der sonst im Verborgenen geschieht - die Telefonseelsorge. "Ich stehe mit meinem Gesicht für 76 weitere Ehrenamtliche in Weiden", betonte sie. "Danke, dass Sie durch die Ehrung einen Dienst sichtbar machen, der sonst unsichtbar, aber nicht unscheinbar ist."
Aufgrund ihres bisherigen Wirkens sind drei neue Vereinsprogramme entstanden, was bei einem so großen Verein fast wie ein zweites Beschäftigungsverhältnis ist.OB Kurt Seggewiß über Elfriede Zängers Engagement im BVS
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