Fundgrube für Familienforscher
Drei Millionen Dokumente im Staatsarchiv Amberg

Zur Jahrestagung der Genealogen kamen auch internationale Gäste nach Weiden. Von links: Henri Dropsy, Präsident des Verbandes französischer Eisenbahner-Genealogen, Bernd Riechey, Schriftleiter des "Eisenbahner Genealoge", Bürgermeister Lothar Höher, BSW-Hauptbeauftragter Manfred Lochert, Fremdenführer Gerhard Reiß, der die 43. Jahrestagung organisiert hatte, und Referent Erwin Stoiber vom Staatsarchiv Amberg. Bild: hcz

Aneinandergereiht würden die Dokumente eine 25- Kilometer-Strecke ergeben: Drei Millionen Einheiten beherbergt das Staatsarchiv in Amberg. Bei der Jahrestagung in Weiden erfuhren Familienforscher und Wappenkundler mehr über das "historische Gedächtnis der Oberpfalz".

Vor 20 Jahren hatten sich Familienforscher und Wappenkundler der Stiftung "Bahn Sozialwerk" (BSW) schon einmal in der Max-Reger-Stadt getroffen. Nun organisierte der ehemalige Direktor der PFA, Gerhard Reiß, die 43. Jahrestagung der Gruppe. 95 Gäste aus ganz Deutschland sahen sich historisch bedeutsame Punkte im Oberpfälzer Wald, Sehenswürdigkeiten Weidens wie das Keramikmuseum und am Samstagnachmittag das Kloster Speinshart an.

Zuvor hatte in der Max-Reger-Halle Erwin Stoiber über das Staatsarchiv Amberg gesprochen, in dem er für familien- und heimatkundliche Forschung zuständig ist. Drei Millionen Archiveinheiten - aneinandergereiht 25 Kilometer - beherberge das Staatsarchiv in Amberg, berichtete Stoiber. Er ging auf die Geschichte der "Oberen Pfalz" ein, die in Urkunden von 1436 und 1457 erstmalige Erwähnung gefunden habe. 1700 Besuche und Anfragen von Forschern zähle man jedes Jahr. Künftig werde die Arbeit leichter, weil Teile des Bestandes digitalisiert würden und teils auch jetzt schon Recherche online möglich sei. Für Genealogen und Heraldiker waren die Nutzungsmöglichkeiten des Archivs natürlich besonders interessant.

Immer weniger Mitglieder


Manfred Lochert, der Hauptbeauftragte der Gruppe Familienforschung und Wappenkunde im BSW, sprach den Rückgang der Mitgliederzahlen an, ein Problem, welches das ganze BSW betreffe. Von 700 im Jahr 2002 auf aktuell 523 sei die Zahl der BSW-Genealogen gesunken. Künftig seien grundlegende Strukturänderungen in der Hierarchie der Freizeitgruppen nötig. Noch notwendiger sei aber die Gewinnung von jüngeren Aktiven. In den Archiv-Räumen des BSW in Ludwigshafen habe man die größte Familienbuchsammlung der Welt. Sie gelte es zu bewahren.

Für den Verband der Familienforscher der französischen Eisenbahnen überbrachte deren Präsident Henri Dropsy Grüße und ein wertvolles Buchgeschenk. Auch er beklagte das "Schmelzen der Mitgliederzahlen" und lobte die neuen Möglichkeiten durch das Internet.

Bürgermeister Lothar Höher ging in seinem Grußwort auf die wirtschaftliche und kulturelle Verbindung Weidens zu Tschechien ein. Die Nähe zu Böhmen präge die Stadt seit dem Mittelalter. Die Öffnung der Grenzen gebe auch den Familienforschern und Wappenkundlern neue Möglichkeiten.
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