Gefährliche Körperverletzung
Berufung vor Jugendkammer

Ein Ausraster vor einer Bar in Grafenwöhr bringt einem 21-Jährigen eine lange Haftstrafe ein. Das lässt er nicht auf sich sitzen.

(rns) Nicht mit einer Bewährungsstrafe, wie erhofft, jedoch mit einer deutlich ermäßigten Haftstrafe kam ein 21-Jähriger davon. Er hatte bei der 3. Jugendkammer des Landgerichts Berufung eingelegt. Das Jugendschöffengerichts hatte ihn im Frühjahr zu zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Zu den Hintergründen: Vor einer Bar in Grafenwöhr hatte der Arbeitslose im Januar einen anderen mit einem Schlag ins Gesicht niedergestreckt. Als dieser wehrlos am Boden lag, trat und schlug der Ledige weiter auf ihn ein. Vorangegangen waren heftige gegenseitige Provokationen.

Schlechten Tag gehabt


Der in Kampfsport geschulte junge Mann gestand gleich nach seiner Festnahme einen Tag nach der Schlägerei seine Schuld. Er habe "einen schlechten Tag gehabt", sei ausgerastet, ohne sich das erklären zu können, und habe sich bei seinem Opfer entschuldigt, sagte er in der Berufungsverhandlung am Donnerstag. Der Kontrahent hatte schwere Gesichtsverletzungen sowie eine Gehirnerschütterung davon getragen.

Nachdem Richter Reinhold Ströhle festgestellt hatte, dass die Verletzungen nicht so schwerwiegend gewesen waren, wie man hätte annehmen können, der Angeklagte, nach Ströhles Worten "Schuldeinsicht und ehrliche Reue" gezeigt hatte und ein Vertreter des Jugendamts dem seit acht Monaten in Untersuchungshaft Sitzenden guten Charakter und sozial eingeordnetes Leben attestiert hatte, hätte eigentlich jeder Prozessbeobachter ein Urteil "auf Bewährung" erwartet. Verteidiger Matthias Haberl plädierte auch entsprechend.

Die Richter Ströhle und Peter Werner sowie die beiden Schöffen änderten das Ersturteil aber nur hinsichtlich der Höhe ab: ein Jahr und zehn Monate verhängten sie. Wegen der Rohheit der Straftat gebe es keine Bewährung, erklärte Ströhle.
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