Geierchor tritt erstmals seit zehn Jahren wieder öffentlich auf
Versprechen eingelöst

Wiedersehen in Würzburg: Für Pater Albrecht (Dritter von links) tat sich der Geierchor erstmals seit zehn Jahren zu einem öffentlichen Auftritt zusammen. Bild: hfz

Weiden/Würzburg. Fast 17 Jahre lang war der Geierchor das bekannteste Vokalensemble der Region. 2006 löste er sich auf. Den einen hatte es nach München verschlagen, den anderen nach Landshut, jeder hatte Familie: Es haute eben nicht mehr hin. Seitdem sind die sieben Herren höchstens mal im privaten Kreis aufgetreten. Bis Samstag.

Da lösten sie ein Versprechen ein, das sie Pater Albrecht Herrmann vor sechs Jahren gegeben hatten, als sich der Weidener Augustiner-Konvent aus der Stadt verabschiedete.

Also sangen die Geier in Albrechts neuer Heimat Würzburg in der proppenvollen Augustinerkirche Teile aus der "Faist-Messe", "Hebe deine Augen auf" von Mendessohn-Bartholdy sowie das "Air" von Bach. Nicht fehlen durfte in der Vorabendmesse das Schubert-Sanctus - ein Lieblingslied Pater Albrechts.

Diesen seltenen Auftritt genoss der Exil-Weidener sichtlich. "Es hat ihm richtig gut getan", sagt Christian Kick , der zusammen mit Jürgen Raml , Alexander Meiler , Manfred Schwab , Martin Neubauer und Günter Schwab viele Komplimente für seine Sangeskünste erntete. Nicht dabei sein konnte aufgrund einer schweren Krankheit Gerd Schwab , der Pianist und Liedschreiber des Geierchors. Albrecht richtete ihm herzliche Grüße aus. Dem Pater selbst geht es nach einer Gürtelrose wieder besser. Nur die Beine bereiten ihm beim längeren Gehen und Stehen Probleme.

Nach dem Konzert seiner Oberpfälzer Landsmänner war davon kaum etwas zu spüren. In der Kutte, dem von ihm sogenannten "großen Kampfanzug", tauschte er mit den Sängern Anekdoten von früher aus. "Witzig wie immer", freut sich Kick über den vitalen Weggefährten. Den Geierchor und den Mönch verbindet durch Konzerte am zweiten Weihnachtsfeiertag in St. Augustin eine Freundschaft. Die Gottesdienste mit den Sängern waren stets so gut besucht, dass Albrecht fürchtete, ihm gehe die Kommunion aus. Auch ein anderer Bekannter aus Weidener Tagen genoss die Lieder: Provinzial Alfons Tony , der den Konvent mit über 30 Brüdern leitet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.