Generalsanierung der Kirche ist unumgänglich
Risse in St. Sebastian

Die Führungsspitze des Fördervereins "Rettet St. Sebastian" ist zuversichtlich, noch rund 165 000 Euro aufbringen zu können: Falk Knies, Karl Arnold und Werner Wilzek (von links). Bild: Wieder

Gefahr erkannt, aber nicht gebannt. Die fehlerhafte Dachkonstruktion drückt auf die Mauern. Die Risse klaffen immer weiter auseinander. Selbst Statiker Wolfgang Bräutigam, der im August 2014 Zugbänder ins Gebälk einbauen ließ, appelliert eindringlich, die Generalsanierung des Kirchleins anzupacken.

In seinem Bericht vom 9. Februar schreibt der Statiker: "Ich weise darauf hin, dass eine temporäre Sicherung keine dauerhafte Lösung darstellt." Der Förderverein "Rettet St. Sebastian", vor einem halben Jahr gegründet, verstärkt nun seine Aktivitäten. Dabei steht er vor einer Mammutaufgabe: Er muss 200 000 Euro zusammentragen.

Vorsitzender Karl Arnold und sein Stellvertreter Falk Knies bauen darauf, dass all jene, denen das Kirchlein am Herzen liegt, ihr Scherflein zur Finanzierung der insgesamt auf rund 630 000 Euro veranschlagten Generalsanierung leisten. Dabei ist der Vorstandschaft sowie den inzwischen 144 Mitgliedern klar, dass die Zeit drängt. Das Mauerwerk "arbeitet" - trotz der Zugbänder im Dachstuhl. Die Markierungen im Putz zeigen, dass sich die Risse weiter öffnen. Die Gipsmarken, zur Kontrolle angebracht, verschieben sich. Inzwischen zeigen sich sogar neue Risse.

"Wir müssen handeln", betont Werner Wilzek, der sich als ehemaliger Mesner von St. Josef besonders um das Kirchlein angenommen hat. Auch das Landesamt für Denkmalpflege sieht die Weidener in der Pflicht, das kulturhistorisch so wertvolle Gebäude (älteste katholische Kirche in Weiden) zu erhalten. Das Denkmalgesetz, das die Eigentümer von Denkmälern verpflichtet, ihren Besitz zu erhalten, gelte auch für die Kirche, zitiert Falk Knies aus einem Gespräch mit dem Landesamt.

Stadtpfarrer als Verbündeter


Erleichtert sind die Verantwortlichen des Fördervereins, dass sie in Stadtpfarrer Markus Schmid endlich einen Verbündeten gefunden haben. Schmid versicherte ihnen, dass er die entsprechenden Förderanträge stellen und die notwendigen Genehmigungen beantragen werde, sobald absehbar ist, dass der Förderverein die erforderlichen Mittel, also die noch fehlenden 200 000 Euro beschaffen kann. Auch die Bischöfliche Finanzkammer und das Baureferat waren nach einem Gespräch mit Stadtpfarrer und Kirchenverwaltung von der Notwendigkeit der Sanierung überzeugt. Sie würdigten die sorgfältige Vorbereitung. Doch auch hier gilt: Nur wenn die 200 000 Euro parat stehen, können die Sanierungsmaßnahmen beginnen.

Der Förderverein "Rettet St. Sebastian", der sich erst im April 2015 gründete, konnte inzwischen 35 000 Euro einsammeln. Nun soll das Engagement verstärkt werden. Viele, die sich bisher wegen der zögernden Haltung des Stadtpfarrers zurückhielten, seien nun bereit, sich finanziell zu engagieren, betont Beisitzer Werner Wilzek. Er will mit der Kirchenverwaltung von St. Josef wieder einen Flohmarkt organisieren. Geplant, so Falk Knies, sind wieder einige attraktive Konzerte. Ein neuer Flyer ist gedruckt, der nun in allen Weidener Kirchen aufgelegt wird. Die Homepage des Fördervereins www.stsebastianweiden.de ist fertig. Interessierte können hier Mitglied werden oder spenden.

Vorsitzender Karl Arnold vertraut darauf, dass sich die Handwerker "im Handwerker-Kircherl", die ehemaligen Schüler sowie die Paare, die sich hier trauen ließen, ihren Beitrag zum Erhalt des Kleinods leisten. Doch die Zeit läuft davon. So hoffen alle, dass noch in diesem Jahr die Ziellinie erreicht werden kann. 2017 will der Förderverein die GeneraIsanierung starten, "damit es für die Rettung von St. Sebastian nicht zu spät ist". Spenden auf das Konto des Fördervereins, Volksbank Nordoberpfalz, IBAN: DE57 7539 0000 0000 0508 14.
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