Gerhard Pflaum erzählt von seiner Rettungsaktion
"Das war ein Reflex"

Ohne nachzudenken hat Gerhard Pflaum das Auto eines bewusstlosen Fahrers ausgebremst. Bild: hfz

Weiherhammer. Gerhard Pflaum aus Weiherhammer war am Sonntag mit seinem Audi auf der Kreisstraße von Weiden in Richtung Mantel unterwegs. Vor ihm fuhren drei Autos mit Bekannten. Der Fahrer des ersten wurde bewusstlos, erinnert sich der 20-Jährige im Interview. Er griff ein, überholte, bremste den Volvo samt Pferd im Anhänger aus - und verhinderte das Schlimmste.

Wie geht es Ihnen? Wie dem Auto?

Gerhard Pflaum: Mir geht es schon wieder gut, ich hatte ein Schleudertrauma. An meinem Auto sind rund 1000 Euro Schaden entstanden. Aber es fährt wieder.

Wie haben Sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Der Fahrer des ersten Autos ist an der Ausfahrt vorbeigefahren, an der wir eigentlich abbiegen wollten. Da habe ich mir noch nichts gedacht. Dann habe ich gesehen, dass die Leitpfosten am Straßenrand umgefahren sind und der Volvo auf der Gegenfahrbahn ist. Dort fuhr er gegen die Leitplanke, wieder zurück auf die richtige Spur, um wieder gegen die Leitplanke zu prallen.

Woher wussten Sie, wie Sie reagieren müssen?

Das war ein Reflex. Ich bin Kfz-Mechatroniker und habe schon auf dem Schrottplatz andere Autos mit dem Auto hin und her geschoben. Ich habe mir gedacht, es könnte funktionieren, wenn ich den Anderen auf mich auffahren lasse und ausbremse, indem ich bremse.

Hatten Sie Angst, dass Ihnen etwas passiert?

Ich hatte keine Zeit, drüber nachzudenken. Mir ist erst danach klar geworden, was ich gemacht habe und wie gefährlich das war. Im ersten Moment war ich vor allem froh, dass wir endlich stehen.
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