Gerhardingerschüler gewinnen bei Landeswettbewerb
Weltklasse

And the winner is ...: die Drittklässler der 2/3g der Gerhardingerschule mit Mentor Dr. Sebastian Schott vom Stadtarchiv und Klasslehrerin Martina Schott. Bild: ca
Diese Klasse ist Weltklasse. Zum einen haben die Drittklässler der 2/3g der Gerhardingerschule den Landeswettbewerb "Erinnerungszeichen" zum Thema Bayern und Napoleon in ihrer Altersklasse gewonnen. Zum anderen stammen die Eltern der 13 Schüler tatsächlich aus aller Herren Länder.

Diese 13 haben sich den ersten Platz geholt: Arlona Olluri , Anduena Sylaj (Kosovo), Leon Fritz , Christian Fritz (Russland), Saba Chitadze (Georgien), Anna Kim Mentsches (Vietnam/Deutschland), Matthias Scharnagl, Nelly Fleißner, Michelle Maier (Deutschland), Thomas Moutzouris (Griechenland), Arda Kemikli (Türkei) sowie Ioanna Yordanova und Stanimir Kostov (Bulgarien).

Nicht erst heute begegnen sich in Weiden Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen. So zogen vor 200 Jahren russische Soldaten durch die Stadt. Sie waren Verbündete und auf dem Weg zum Rhein zur Schlacht gegen Napoleon. Der Schwager von Klasslehrerin Martina Schott , Dr. Sebastian Schott , brachte die Kinder auf eine Geschichte aus dieser Zeit, die sich 1815 im Kosakenlager in Weiden zugetragen hat.

Die Kinder können die Anekdote am besten selbst erzählen. Johannes Lindner , acht Jahre alt und damit "fast so alt wie wir", wohnte 1815 in der Schulgasse und lief mit anderen Buben neugierig hinüber ins Soldatenlager. "Er hat die Donpferde der Kosaken gesehen und wollte unbedingt auch eines haben", erzählt Arlona. Johannes holte heimlich sein ganzes Erspartes von Zuhause und brachte die Silbermünzen dem Soldaten. Nur: "Der Kosake hat ihn ausgetrickst, die Münzen abgezockt und ihm sogar noch eine Ohrfeige gegeben", berichtet Anduena.

Nicht genug der Schmach für den achtjährigen Johannes. "Daheim hat ihm der Papa dann den Arsch verklopft", vervollständigt Matthias. Eine Geschichte, überliefert von Albert Vierling , die dem Abenteuersinn der Kinder voll und ganz entspricht. Als Riesenabenteuer empfanden sie auch die zwei Projekttage, bei denen sie mit Schott die Originalschauplätze in der Altstadt suchten und das Stadtmuseum auf Gegenstände aus der Napoleon-Zeit durchforsteten.

Ein Riesenabenteuer war am Ende auch die Fahrt mit den Lehrern Martina Schott und Hans Dittrich zur Preisverleihung nach München. Zwar hatte die Klasse 500 Euro gewonnen, aber die Fahrtkosten wurden vom Kultusministerium nicht übernommen. Ein Bus erwies sich als zu teuer. Eine Elternbeirätin, beschäftigt bei der Bahn, machte schließlich kostenlose Bayerntickets möglich. Per Bahn und U-Bahn tingelte das aufgeweckte Dutzend schließlich in die Landeshauptstadt. Den Imbiss in München spendierte Rektorin Anna Kellner.

"Aufregend" war dann die Preisverleihung im großen Saal des Landtags. Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich und Martin Güll , Vorsitzender des Bildungsausschusses, verliehen die Urkunden. Die 500 Euro sollen in ein Laptop investiert werden, das in der Klasse verwendet werden kann. "Und wenn wir in die Fünfte kommen?" Dann bleibt das Laptop an der Schule, versehen mit einem Aufkleber, der an den Preis der 3g erinnert. Mit diesem Gedanken können sich die Drittklässler gut anfreunden. So ein wenig gehen sie damit ja auch in die Geschichte ein.
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