Gericht schickt schwerst abhängigen Dealer auf Therapie
Hasch für Schüler

(Foto: dpa)

20 Mal vertickte ein selbst schwerst abhängiger 21-Jähriger Haschisch an zwei Schüler. Die Kunden waren zur Tatzeit 15 und 16 Jahre alt. Die "Deals" gingen im Park, vor einem Gymnasium und in der Frauenrichter Straße über die Bühne.

Das Landgericht verurteilte den Drogensüchtigen am Mittwoch zu fünf Jahren Haft. Aufgrund seiner eigenen Abhängigkeit und weil er die Taten hauptsächlich zur Finanzierung seines eigenen Konsums begangen hatte, ordnete die 1. große Strafkammer jedoch eine voraussichtlich zwei Jahre dauernde Drogen-Therapie an. Drei mittlerweile 16 Jahre alte und ein 15-jähriger Schüler aus Weiden und dem Umland mussten am Mittwoch vor Gericht aussagen. Zwei von ihnen hatten 19 Mal 3 bis 5 Gramm und ein Mal 20 Gramm bei dem Arbeitslosen gekauft. Die beiden anderen waren zur "psychischen Unterstützung" dabei gewesen. Im Max-Reger-Park, beim Kepler-Gymnasium und in der Frauenrichter Straße seien die Geschäfte über die Bühne gegangen, gestanden die damals 15-Jährigen. 12 bis 15 Euro hätten sie pro Gramm bezahlt.

9 bis 10 Euro hatte der Weidener, nach eigenen Angaben, selbst bezahlt. Er legte über seinen Anwalt Rouven Colbatz ein vollständiges Geständnis ab. Dieser hatte mit Staatsanwältin Franziska Paintner sowie den Richtern Walter Leupold und Matthias Bauer dafür eine relativ milde Bestrafung ausgehandelt. Angesichts der neun Vorstrafen seines Mandanten hätte diese auch erheblich höher ausfallen können.

Toxikologe Dr. Bernd Schwarze vom rechtsmedizinischen Institut der Universität Erlangen hatte in einer Haarprobe Spuren fast aller denkbaren Betäubungsmittel gefunden. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder attestierte dem Angeklagten Abhängigkeit, deretwegen ohne Therapie immer wieder Straftaten zu erwarten seien.

Da der ledige Weidener nun schon seit Mitte Januar in U-Haft sitzt, kann er die angeordnete Drogentherapie demnächst antreten und wird - wenn er sie durchhält - danach auf Bewährung entlassen. "Das ist Ihre letzte Chance", schrieb Landgerichtspräsident Leupold dem Verurteilten ins Stammbuch.
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