Gespräch des Oberbürgermeisters mit muslimischen Religionsvertretern
Imame klären Glaubensbrüder auf

Die Weidener Muslime leisten bereits viel für die Integration der Flüchtlinge aus den arabischen Ländern. Doch vor den Hintergrund der Vorfälle in der Weidener Thermenwelt fordert OB Kurt Seggewiß mehr öffentliche Präsenz der Verantwortlichen der islamischen Gemeinden in der Stadt.

Zusammen mit Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann und dem Leiter des Sozialamtes, Thomas Hentschel, traf sich Oberbürgermeister Seggewiß mit Fehmi Berbatovci vom Islamischen Zentrum Weiden e.V., Maher Khedr (Deutschsprachiger Muslimkreis), und Ergün Nezir von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Weiden.

Beratungsstelle geplant


In den Zentren, Vereinen und Gemeinden gibt es Freitagsgebete in deutscher und arabischer Sprache. Die Imame wollen nun auch in die Gemeinschaftsunterkünfte der Flüchtlinge gehen, um zu predigen, aber auch, um dort eine Beratungsstelle einrichten. "Die Aufklärung über die Regeln, wie man sich in unserem Land zu verhalten hat, nehmen darin einen immer größeren Raum ein", versicherten die Imame dem Oberbürgermeister. Allerdings ist für die Beratungsstelle die Genehmigung der Regierung der Oberpfalz nötig. Außerdem wurde am Gründonnerstag vereinbart, alle Bürger und Flüchtlinge zu Informationsständen der monotheistischen Glaubensrichtungen - unter dem Dach der Stadt - einzuladen. Damit sollen Vorurteile weiter abgebaut werden.

Deutliche Distanz


Im Gespräch versicherten die Vertreter der Stadt, dass sie die muslimischen Mitbürger als gute, gesetzestreue Staatsbürger betrachten. Manche seien bereits in der Stadt geboren. Komme es mitunter zu Gesetzesübertretungen, würden diese, wie bei allen anderen Menschen, verfolgt. Der überwältigende Großteil der Flüchtlinge sei froh und dankbar, hier eine sichere Bleibe gefunden zu haben. Sie wollten ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.

Gesetzesverstöße müssten durch Behörden und Gerichte geahndet, die Täter in die Schranken gewiesen werden. Die muslimischen Teilnehmer distanzierten sich zugleich vehement von allen Menschen, die Terrorakte verüben und sich dabei auf den Koran berufen.

"Sie üben auf dem Rücken einer Religion Macht gegen andere aus. Genauso wenig wie diese Verteidiger des Korans sind, sind Menschen, die jegliche Zuwanderung von Flüchtlingen mit muslimischem Glauben verhindern wollen, Verteidiger des christlichen Abendlandes", ergänzte OB Seggewiß abschließend.
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