Gewerbegebiet Weiden-West IV soll 1000 Arbeitsplätze bringen
Noch sind Probleme zu lösen

Vieles ist untersucht. Doch es sind noch wichtige Fragen zum Gewerbegebiet West IV (Lärmschutz) zu klären, gestand Projektleiterin Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, die aber optimistisch bleibt. Bilder: Wieder (2)

Das Gewerbegebiet West IV ist technisch machbar, wirtschaftlich darstellbar und auch ökologisch vertretbar. Dies stehe nach inzwischen drei Jahren Voruntersuchung fest. Auch die verbleibenden Probleme seien lösbar, betont Stadtkämmerin und Projektleiterin Cornelia Taubmann. Dennoch bleiben Sorgen.

Den Optimismus der Kämmerin teilt der Großteil der drei Dutzend Bürger, die am Mittwoch zum Feierabendgespräch des SPD-Ortsvereins Weiden-West ins VfB-Sportheim kommen. OV-Vorsitzender Herbert Hammer begrüßt darunter die SPD-Stadträte, Stadtverbandsvorsitzenden Norbert Freundorfer sowie Bürgermeister Lothar Höher.

Bürgerwünsche erfüllt


"Ich persönlich bin ein Freund des Waldes. Der Verlust dieses Naherholungsgebietes geht mir an die Nieren. Aber ich bin auch ein Freund neuer Arbeitsplätze. Wenn das Gewerbegebiet umweltfreundlich gestaltet wird, ist es dann doch eine tolle Sache", betont Hammer, der damit den Anwesenden aus dem Herzen spricht.

Die Hauptforderung der Bürger aus dem Weidener-Westen ist erfüllt. Das kleine Gewerbegebiet, ursprünglich sechs/sieben Hektar groß geplant, an der Pressather Straße sei "definitiv erledigt", erklärt Taubmann. Dies habe die Lenkungsgruppe einstimmig beschlossen. Und dennoch öffnet sie die Tür für eine Bebauung einen kleinen Spalt: Durch eine Flächennutzungsplanänderung könne "ein Nahversorger" angesiedelt werden. Und obwohl West IV weit weg liege, müsse mittelfristig die Kreuzung Pressather Straße/B 470/Straße nach Latsch besser ausgebaut, durch einen großen Kreisverkehr ertüchtigt werden. Die Stadtkämmerin sieht die Konkurrenz der Umlandgemeinde, die sehr günstige Bauflächen anbieten. "Es muss ein Preis rauskommen, mit dem ich Betriebe nach Weiden holen kann." Bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter Bauland bleibe West IV wettbewerbsfähig. Die Stadt brauche zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, aber auch Arbeitsplätze "für die hohe Zahl von Transferleistungsempfängern". "Wir haben viele junge, kräftige Leute.

Da bisher "außermärkisches Gebiet", gab es bis dato kaum Unterlagen und Erkenntnisse über die Waldfläche, die inzwischen jedoch zu den am intensivsten untersuchten in Weiden zähle - von der Tier- und Pflanzenwelt bis hin zur Versickerungsfähigkeit des Bodens. Mit einem vernünftigen Aufwand sei die Hochwasserproblematik zu lösen.

1000 Arbeitsplätze sollen in den nächsten 20 Jahren entstehen, obwohl die "Rohbaufläche" inzwischen auf 40 bis maximal 60 Hektar verkleinert ist. Drei jeweils mehrere hundert Meter breite Grünkorridore - zugleich Versickerungsflächen - gliedern das Baugebiet, bieten Refugien für Fauna und Flora.

Deutlich schwieriger sei dies jedoch bei der Verkehrserschließung. Es seien noch viele Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt zu führen, um wichtige Fragen abzuklären. Sind die massiven Auffahrtbauwerke (bis zu acht Millionen Euro teuer) nötig oder genügt an Dr.-Müller-Straße und B 470 ein "Turbo-Kreisel", der nur zwei Millionen kosten würde? Gibt es die vorgesehene westliche "Ausfahrt" aus dem Gewerbegebiet in die Bundesstraße? Und: Können die Flächen weiter nach Norden erweitert werden, weil zur Hangkante entlang der Bundesstraße ein größerer Abstand gewünscht wird? Ein "No-Go" ist die Forderung eines Verkehrsgutachters für einen vierspurigen Ausbau der B 470 von der Autobahn bis zum neuen Gewerbegebiet. "Da lag ein Rechenfehler vor."

Lärmschutzgutachten


Gerechnet wird derzeit für das noch nötige Lärmgutachten. Erst wenn die Zahlen vorliegen, sind Aussagen über einen zusätzlichen Lärmschutz entlang der B 470 sowie zum Lastenträger möglich, verdeutlicht Cornelia Taubmann, die nur diese eine Frage nicht beantworten konnte.

Sie kündigt aber eine weitere themenbezogene Bürgerversammlung an, zu der OB Seggewiß noch einladen werde.
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