Gewerkschafter Harald Hammer zum Zugunglück
"Müsste ein Blackout gewesen sein"

Harald Hammer, Geschäftsführer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Bild: Herda

"Das dramatische Zugunglück vom Dienstag geht uns alle an die Nieren", sagt Harald Hammer, Geschäftsführer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft.

Die Ermittlungen der Bundespolizei deuten daraufhin, dass der Fahrdienstleiter beiden Zügen gleichzeitig die Einfahrt erlaubt hätte. Ist die Ausbildung unzureichend? "Wir haben zwar das Problem, dass die Bahn AG aufgrund der Personalsituation öfter dazu übergeht, die auf drei Jahre angelegte Ausbildung auf 93 Tage zu verkürzen." Im konkreten Fall sei aber ein erfahrener Kollege betroffen: "Bei dem trifft dies nicht zu."

Stehen die Fahrdienstleiter unter stärkerem Druck? "Natürlich leisten die Kollegen Schichtdienst", sagt Hammer, "aber die Personalsituation ist dort sehr ordentlich." Der menschliche Faktor sei außerdem unerlässlich: "Der Fahrdienstleiter muss die PZB-Technik, die Punktförmige Zugbeeinflussung, ausschalten können." Ansonsten könne bei Ausfall eines Signals der Zugverkehr zum Erliegen kommen.

Die Aufgaben auf eingleisigen Strecken seien übersichtlich. Menschliches Versagen würde hier wohl heißen: ein "regelrechter Blackout", wie das Vergessen eines Zuges. "Ein anderes Regelwerk hätte das auch nicht verhindert", meint Hammer.
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