Gnadenlosigkeit überwinden
Stadtpfarrer Pausch geißelt Leistungsgesellschaft in Christmette

Die große Gnade von Jesu Geburt: Die Besucher der Kinderchristmette in Herz Jesu erlebten ein besonderes Krippenspiel. Es basierte auf einer Rückblende des Evangelisten Lukas, der die Weihnachtsgeschichte 50 Jahre nach Jesu Tod niedergeschrieben hatte. Bild: Kunz

"Die Geburt Jesu ist eine große Gnade, ein großer Segen für die ganze Menschheit." Das betonte Stadtpfarrer Gerhard Pausch in der Christmette in Herz Jesu. Und er kritisierte die Leistungsgesellschaft: Im Beruf und in den Familien gehe es oft gnadenlos zu.

Das Krippenspiel basierte diesmal auf einer Rückblende des Evangelisten Lukas, der die Geschichte von der Geburt des Jesuskindes 50 Jahre nach Jesu Tod niedergeschrieben hatte. Und es herrschte große Aufmerksamkeit in der vollbesetzten Herz-Jesu-Kirche, in der Pfarrvikar Andreas Reber zusammen mit den Familien die Kinderchristmette feierte.

In der Christmette am Abend bezog sich Stadtpfarrer Gerhard Pausch auf die Botschaft des heiligen Paulus, dass uns die Gnade Gottes erschienen sei, um uns zu retten: "Jesus ist der langersehnte Retter, der Heiland, der den Tod bezwungen hat." Dann näherte er sich der Weihnachtsbotschaft von Papst Franzikus. Auch Pausch geißelte die Leistungsgesellschaft. "Wer nicht mithalten kann, bleibt gnadenlos auf der Strecke." Zwischenmenschliche Kontakte köchelten trotz Iphone oft nur auf Sparflamme. "Einsamkeit und Langeweile sind die Lebenserfahrung vieler."

Die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern und Ehepartnern seien sehr zerbrechlich. Was oft zurückbleibe, das seien verwundete Menschenseelen, gerade bei den Kindern. Und wie gnadenlos gehe es zu in Familien oder auch am Arbeitsplatz. "Man schenkt sich gegenseitig nichts."

"Täglich hört man von Terroranschlägen und Gewalttaten, Terroristen vertreiben Familien, Kinder, alte und kranke Menschen", sagte der Geistliche. "Die Christen sind weltweit die Gläubigen, die am meisten verfolgt werden." Gott komme nicht "als großer Held mit Waffen und Rüstung. Er kommt als kleines, hilfloses, verletzliches Kind".

Jesus habe die Gnadenlosigkeit selbst erlebt, sei angefeindet, bedroht, hingerichtet worden wie ein Verbrecher. Für viele Menschen sei es eine Gnade gewesen, ihm zu begegnen. "Er hat Menschen Frieden ins Herz gebracht, Schuld vergeben; Menschen, die das Leben enttäuscht hat, hat er aufgerichtet und Hoffnung geschenkt." Musikalisch umrahmt wurden die Christmetten vom Kinderchor und Kirchenchor Herz Jesu unter Leitung von Peter Kosmus. Es sang Sabine Lahm.
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