Golden Retriever muss eingeschläfert werden
Hundsgemein: Chico vergiftet

Hilflos: Die Familie Kreuzer (von links: Jonas, Julius, Jasmin, Jennifer und Johannes) nimmt Abschied von ihrem Chico. Er musste 24 Stunden später eingeschläfert werden. Der erst fünf Monate alte Golden Retriever hatte einen Giftköder verschluckt. Auch durch die zehntägige Behandlung war er nicht mehr zu retten. Bild: Wieder

Zehn Tage lang hoffte die Familie, ernährte ihren Hund durch eine Magensonde. Vergebens: Ihr Chico war nicht mehr zu retten. Der erst fünf Monate alte Golden Retriever musste eingeschläfert werden. Der Welpe hatte einen Giftköder aufgenommen, sich Zunge, Rachen, Kehle und Speiseröhre verätzt. Er konnte weder trinken noch fressen.

"So was Schlimmes habe ich noch nie gesehen. Diese Giftköder sind ein Skandal", sagt Tierärztin Dr. Tatjana Rolle. Mit ihrer Kollegin Dr. Stephanie Ruf kämpfte sie um das Leben des cremefarbenen Tieres, das vier Tage lang "stationär" in der Praxis in Altenstadt/WN blieb.

Auch danach kann Chico nur mit einer Magensonde ernährt werden, denn das Gift hatte die "Epi Glottis", den Kehlkopfdeckel, vollkommen zerstört. Die Schleimhäute in Mund und Rauchen schienen sich nach acht Tagen wieder leicht zur regenerieren. Der Welpe wirkt aktiver, nimmt aufgrund der sorgfältigen Ernährung sogar leicht an Gewicht zu. Die verrutschte Magensonde muss bei einer weiteren Operation neu gelegt werden. Doch bei der Kontroll- untersuchung ist endgültig klar: Chico würde nie mehr fressen, trinken, selbst schlucken können. Am Mittwochabend ließen Jennifer und Johannes Kreuzer ihren Hund erlösen.

Seit dem 7. Januar war Chico der neue Mittelpunkt der Familie. Jennifer Kreuzer, mit Hunden (Deutsch Drahthaar) aufgewachsen, schienen die Kinder groß genug. Sie überzeugte ihren Mann Johannes, dass ein Hund allen gut tun würde. Auch weil er als Bub von einen Hund gebissen worden war und deshalb "Respekt" vor Hunden hatte. Chico schmuste sich ganz schnell in die Herzen der fünf Kreuzers in Neunkirchen. Umso mehr wird er nun vermisst.

Die Kinder Julius (4), Jonas (6) und Jasmin (11) weinen. Ihnen fehlt der geliebte Spielgefährte. Die Eltern versuchen sich abzulenken, mähen Rasen, hacken Holz. Sie sind ebenso tieftraurig wie zornig. Zornig auf den Hundehasser, der ihren Chico vergiftete. "Das kommt viel zu oft in Weiden vor. Aber denen passiert nichts. Wenn sie erwischt werden, war's ja nur Sachbeschädigung. Wegen Tierquälerei ist kaum jemand vor Gericht gekommen", ärgert sich Johannes Kreuzer. "Die Leute, die so was den Tieren und den Familien antun, gehören ins Gefängnis." Die Hundehalter und ihre Tiere blieben den Köderlegern hilf- und machtlos ausgeliefert. "Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn ein Kind mit Gift in Kontakt kommt."

Selbst wenn der Hund strikt an der Leine bliebe, könne man nicht verhindern, dass er das Gift aufnehme. "Wir waren mit Chico und den Kindern nur ein paar Meter vom Haus entfernt, als es passierte." Der erst fünf Monate alte "Goldie" blutete, begann sich immer stärker zu erbrechen. "Und wie viele andere Hundebesitzer sind wir gezwungen, das alles hinzunehmen."
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