Großer Einsatz für Kleinod
Förderverein St. Sebastian: Bereits 40.000 Euro gesammelt

Die Vorstandschaft des Fördervereins St. Sebastian bedankt sich bei den bisherigen Unterstützern und hofft auf weitere schnelle Finanzunterstützung und die ganz dringende Sanierung möglichst bald in die Wege leiten zu können. Bild: Dobmeier

"Die großen Kirchen schätzt man - die kleinen liebt man." An diesen Ausspruch von Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege erinnert Karl Arnold. Für St. Sebastian, Weidens älteste Kirche, könnte der Satz Pate stehen. Ein Förderverein mit Arnold an der Spitze will das um 1480 errichtete Kleinod retten.

Vor einem Jahr hatten 20 Weidener Bürger den Verein gegründet. Da St. Sebastian auch "Handwerkerkirche" ist und Zunftstangen dort stehen, fiel die Wahl des Vorsitzenden auf den ehemaligen Kreishandwerksmeister Arnold. Zur ersten Jahreshauptversammlung im Handwerkerhaus begrüßte er nun die Mitglieder, die sich der Aufgabe widmen, Geld für die dringenden Sanierungsmaßnahmen zusammenzutragen.

Nach einer statischen Verschiebung des Dachstuhls, den die Kirche 1691 erhalten hatte, waren Schäden im Gewölbe entstanden. Die Haltbarkeit der angebrachten Spanngurte sei fraglich. "Mit Gottes Beistand und Stadtpfarrer Markus Schmid als Verbündeten", gab Arnold der Hoffnung Ausdruck, die Risse bald beheben zu können. Der Verein zählt aktuell 155 Mitglieder - CSU-Stadtrat Markus Bäumler, schwer beeindruckt von der Vereinsarbeit, trat sofort bei. Mit einem Flyer und einer Homepage wendet sich der Verein an die Öffentlichkeit. Dank galt der Vorstandschaft, den Mitgliedern, Firmen und Spendern. Besonders erinnert wurde an das Benefizkonzert mit der Familie Wechsler, initiiert von "Inner Wheel". Die Kassenrevisoren Dr. Helmut Kriesche und Dr. Manfred Hausel bestätigten die Kontenvorgänge und wurden offiziell in ihre Ämter nachgewählt.

40 000 Euro gesammelt


Schatzmeister Georg Spies verzeichnete bis Mitte April Gesamteinnahmen von fast 40 000 Euro, davon Einzelspenden von 10 bis 5 000 Euro reichend, die aus der Region, aus Regensburg und München sowie aus den USA gekommen waren. Laut Hans Kaltenecker braucht es 100 000 Euro als Eigenanteil, damit die dringend nötigen Arbeiten beginnen können. Möglichst 2017 soll der Start erfolgen. Die gesamten Kosten belaufen sich auf 630 000 Euro.

Zweiter Vorsitzender Falk Knies berichtete über die Zusage von verschiedenen Chören für Benefizkonzerte. Besonderheiten wie der "älteste Ministrant" mit 90 Jahren, ein Flohmarkt und Sammelaktionen bei Unternehmen sollen öffentliches Aufsehen und Spendenbereitschaft generieren. Zur 775-Jahrfeier der Stadt ist ein Infostand mit T-Shirt-Verkauf geplant. Pfarrer Egid Mühlbauer regte an, sich als 50. Kirche für den Simultankirchenradweg zu bewerben, um EU-Fördergelder zu erhalten. Er bezeichnete die Kirche als reinsten "Liebestempel", nachdem dass 1966 20 Paare den Bund der Ehe dort geschlossen hätten. 5 Geistliche feierten ihre Primiz.

Besonderer Ort


Als Vertreter des Oberbürgermeisters sprach FDP-Stadtrat Reinhold Wildenauer den Aktiven seinen Respekt aus. Er sprach von einem "besonderen Ort der Kultur und des Glaubens". Als Mitglied zeigte sich Stadtrat Veit Wagner durch das Altargemälde seines Großonkels Wilhelm Vierling aus dem Jahr 1929 der Kirche sehr verbunden. Die sofortige Aufnahme des Fördervereins nannte zweiter Heimatringvorsitzender Norbert Uschald als Beleg für das Ziel, St. Sebastian zu retten.
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