Grüne wollen sich Autos teilen
Carsharing-Verein geplant

Braucht wirklich jeder ein eigenes Auto? Die Grünen meinen Nein. Sie wollen in Weiden "Carsharing" aufziehen. Bild: uz

Es werden immer mehr, aber es sind noch lange nicht genug. Um einen effektiven Carsharing-Verein an den Start zu bringen, braucht es mindestens 25 bis 30 Mitglieder. Anders sei die Erstanschaffung eines Autos nicht zu schultern, sagt Initiator Stephan Korb.

Der hatte am Dienstagabend zur nunmehr vierten Informationsveranstaltung eingeladen. Grob geschätzt gibt es bisher 18 Interessenten, die sich mit der Aufteilung von Fahrzeugen anfreunden könnten. Hintergrund der Idee sind Flexibilität und Umweltbewusstsein, unterstrich der Grünen-Kreischef in der Gaststätte Dagner.

Auch Elektroauto


Korb rechnete vor: Ein drei Jahre altes Elektroauto "Zoe" von Renault koste etwa 12 000 Euro. Bei einer Jahreskapazität von 150 000 Kilometern käme der Kilometer auf 23 Cent. Der Betrag müsste von den nutzenden Mitgliedern bezahlt werden. Bei einer Reichweite von 120 Kilometer pro Stromladung könnte man Regensburg erreichen, dort "auftanken" und zurück nach Weiden fahren. Natürlich reiche ein einziges Fahrzeug bei weitem nicht für eine flächendeckende Nutzung. Elektroautos seien zwar aus umwelttechnischen Gründen ideal. Aber es kämen auch Benziner zum Einsatz. Vor allem dann, wenn man an Teilüberlassungen denke. Korb meint damit die Bereitstellung von Privat- oder auch Firmenfahrzeugen der Mitglieder.

Es sei durchaus denkbar, dass Privatfahrzeuge in Zeiten, wo sie vom Eigentümer nicht gebraucht würden, an andere Mitglieder vermietet werden. Wie Korb betonte, könnten auch Firmen und Kommunen an arbeitsfreien Tagen oder Abenden ihre Autos überlassen. Über die Zuwendungen an die Überlasser müsste individuell verhandelt werden.

Wer Mitglied werden wolle, müsste pro Mitglied oder Mitgliedsfamilie 500 Euro in die Vereinsschatulle einzahlen. Damit werde dann das erste gemeinsame Elektroauto angeschafft. Die Aufnahmegebühr sei nur leihweise. Natürlich bekäme jeder nach seinem Ausscheiden das Geld zurück. Idealerweise könne man beim Entwurf einer Satzung, aber auch beim Marketing auf die Erfahrungen in Vaterstetten zurückgreifen. Dort gibt es Carsharing seit 22 Jahren - und das Projekt laufe erfolgreich.

Dort könne man über das Internet buchen, das Fahrzeug übernehmen, den Kilometerstand im Bordbuch überprüfen und losfahren. Nach der Fahrt müsse das Auto am Stellplatz abgestellt und der neue Kilometerstand ins Bordbuch eingetragen werden. In der Regel sei das Fahrzeug schon betankt, wenn nicht, lägen Tankkarten auf.

Infostand am 2. Juli


Pflege, Versicherung, Instandhaltung, Buchhaltung und vieles mehr übernähmen die Mitglieder ehrenamtlich gegen Bonus-Kilometer. Diese Idee könnte man auch für Weiden übernehmen, sagte Korb. Natürlich müsse die Logistik stimmen. Was nütze es, wenn man im Landkreis ein Auto miete, das in Weiden parke. Dafür brauche es den nötigen Fuhrpark. Vaterstetten etwa besitzt neun eigene Autos. In Weiden könnte man ja mit der Teilüberlassung starten. Für den 2. Juli ist in der Fußgängerzone ein Informationsstand geplant.
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