Grundstücke sind rar
18 Bauplätze in 30 Minuten

In Amberg sind Baugebiete innerhalb eines Tages ausverkauft. In Weiden sind keine mehr frei. Wer in der Oberpfalz ein Haus bauen will, tut sich oft schwer. Bild: Hartl
 
Wer ein eigenes Haus bauen will, muss vor allem in den Städten schnell sein, um einen Bauplatz zu ergattern. Bild: Götz

Freie Grundstücke sind besonders in den Oberzentren rar - vor allem für Einfamilienhäuser. Kaum ausgeschrieben, sind städtische Flächen oft nach kürzester Zeit ausverkauft. Aber wie läuft die Bauplatzvergabe in der Oberpfalz eigentlich ab? Ein Vergleich.

Amberg/Weiden. "Wir werben für jedes geplante Baugebiet auf unserer Homepage. Interessenten können sich online in eine Liste eintragen", erklärt Michael Birner vom städtischen Liegenschaftsamt die Bauplatzvergabe in Amberg. Kurz vor dem Vergabetermin, warne er alle Interessenten per E-Mail vor, dass das Verfahren in Kürze beginne. Zu einem späteren Zeitpunkt gehe dann eine zweite E-Mail mit dem Reservierungsantrag raus. "Wir bearbeiten die Anträge nach Eingangszeitpunkt."

In Amberg sei die Nachfrage nach Baugrundstücken erst bei den Vergabeverfahren zu den Baugebiete "Boslarnstraße" und "Kennedystraße Süd" deutlich gestiegen, fährt Birner fort. In der Boslarnstraße seien eine halbe Stunde nach Vergabestart um 14 Uhr 18 von 21 Bauparzellen vergeben gewesen. "Der letzte Bauplatz ging um 21 Uhr weg." Bei den vier aktuell geplanten Baugebieten sei die Nachfrage enorm: Auf den Listen stehen doppelt bis viermal so viele Namen, wie es Bauparzellen gibt.

In drei Jahren bebauen


Bindend sei aber erst der zurückgesandte Reservierungsantrag, erläutert Birner. Mit dem darauf folgenden notariellen Vertrag verpflichte sich der Käufer zudem, das Grundstück innerhalb der nächsten drei Jahre zu bebauen. "Wir wollen Baugebiete und keine Geldanlagen." Komme ein Käufer dieser Pflicht nicht nach, habe die Stadt das Recht das Grundstück zurückzukaufen. Bisher sei dies jedoch nicht notwendig gewesen.

In Schwandorf laufe der Verkauf der städtischen Bauplätze ähnlich ab, erklärt Armin Rank vom dortigen Liegenschaftsamt. Der Unterschied sei allerdings, dass die Stadt den Starttermin für die Reservierungen öffentlich bekannt gebe. Aufgrund der großen Nachfrage in der Vergangenheit sei es jedoch sinnvoll zu diesem Zeitpunkt persönlich zum Liegenschaftsamt zu kommen, um einen Antrag zu stellen. "In der ersten Stunde schaffen wir es kaum ans Telefon zu gehen oder E-Mails zu beantworten", sagt Rank. Der Grundstückskäufer verpflichtet sich außerdem auch in Schwandorf dazu, innerhalb von drei Jahren ein Haus zu bauen.

Freie Plätze in Schönsee


Um einiges entspannter geht es hingegen abseits der Oberpfälzer Oberzentren zu. "Das Baugebiet am Osterbrunnenweg in Schönsee gibt es bereits seit einigen Jahren, und wir haben immer noch freie Plätze", betont Matthias Jeitner, der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Schönsee (Kreis Schwandorf). Auch in den Gemeinden Stadlern und Weiding, die zur Verwaltungsgemeinschaft gehören, gebe es noch freie Flächen, fährt Jeitner fort. "Es gibt keine bebaubaren städtischen Grundstücke mehr", beschreibt hingegen Siegfried Meierl von der Stadtverwaltung die Lage der Stadt Tirschenreuth. Alle städtischen Baugebiete seien verkauft und die privaten Besitzer wollen ihre Grundstücke derzeit nicht verkaufen.

Meierl betont aber auch, dass die verkauften städtischen Bauplätze mittlerweile alle bebaut seien. "Oder zumindest ist die Baugenehmigung erteilt." Das liege daran, dass auch die Stadt Tirschenreuth ihre Grundstücke nur in Zusammenhang mit einem Bauzwang innerhalb von fünf Jahren hergibt. "Wir wollten in allen Fällen vermeiden, dass die Flächen als Kapitalanlage genutzt werden", betont Meierl.

Kein Bauzwang in Weiden


Ebenfalls "ausverkauft" ist die Stadt Weiden. Lediglich ein Grundstück im Schirmitzer Weg sei noch frei, das sei jedoch aufgrund einer Hochspannungsleitung nur eingeschränkt bebaubar. "Ob sich die Baugrundsituation noch einmal ändert, kann ich momentan nicht sagen", erklärt Werner Stemmer, Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes.

Probleme, dass die verkauften Grundstücke nicht bebaut werden, gebe es in Weiden jedenfalls nicht - und das obwohl die Stadt seit einiger Zeit von einer vertraglich festgelegten Bauverpflichtung absehe. "Die Leute wollen so schnell wie möglich bauen."
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