Gut ankommen im Betrieb - Wie Azubis mit ihrem Verhalten gleich am Anfang der Lehrzeit punkten
Freundlich und offen auftreten

"Willkommen im Team!" Schon am ersten Arbeitstag stellt man die Weichen für eine gute Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen. Bild: tmn

Raus aus der Schule, rein in die Arbeitswelt: Der Start ins Berufsleben bringt große Veränderungen mit sich. Damit das Einleben im Ausbildungsbetrieb gelingt, brauchen Azubis gute Umgangsformen. Oft machen Kleinigkeiten den Unterschied.

Endlich! Die Schulzeit ist vorbei, der erste Tag als Azubi rückt immer näher. Wer einen positiven Eindruck machen will, sollte von Anfang an möglichst korrekt sein. Dazu gehört, gerade am ersten Tag weder abgehetzt noch verspätet im Betrieb zu erscheinen.

"Am besten fährt man den Weg schon mal am Tag vorher in aller Ruhe ab und am Morgen danach früher als notwendig los", empfiehlt Esther Hartwich, Ausbildungsexpertin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Die drängende Frage nach dem passenden Outfit für den ersten Tag ist ebenfalls schnell geklärt: "Die Kleidung sollte seriös und dezent sein", so Hartwich. Um das richtige Outfit zu finden, können Azubis sich daran erinnern, wie Mitarbeiter gekleidet waren, denen sie auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch begegnet ist. Daran können sie sich orientieren.

Stets aufmerksam sein


Unklug sei, mit gesenktem Kopf durch die Firma zu laufen. Wer sich so verhält, findet kaum Anschluss - und stößt schlimmstenfalls auf Ablehnung. "Deshalb gilt: Ob auf dem Flur, in der Teeküche oder im Fahrstuhl - jeder sollte freundlich gegrüßt werden", sagt die DIHK-Expertin.

"Hi!" oder "Tschöö" - solche lässigen Formulierungen können in der Arbeitswelt schnell fehl am Platz wirken. Besser sind Standardformeln wie "Guten Morgen!" oder "Auf Wiedersehen". Ist einem das Gegenüber bekannt, sollte beim Grüßen auch der Name genannt werden.

Akademische Grade wie etwa ein Doktortitel sollten nicht weggelassen werden - es sei denn, der andere legt darauf ausdrücklich keinen Wert.

Vorsicht mit dem Duzen: "Es gilt der Grundsatz, dass Vorgesetzte und Kollegen gesiezt werden", sagt Christian Henke, der bei einer Handwerkskammer tätig ist. Eine Ausnahme gibt es, wenn andere einem das Du offiziell anbieten.

Freundlich und offen - mit einem solchen Auftreten können Azubis in ihrem Betrieb Punkte sammeln. Angesagt ist aber auch, das Miteinander der Kollegen zurückhaltend zu beobachten. Wer auf eine beisammen sitzende Gruppe stößt, reicht jedem zur Begrüßung die Hand. "Dabei sollte man seinem Gegenüber direkt in die Augen schauen", rät Christian Henke.

Eine Vielzahl von Informationen strömt auf einen Azubi ein, sich Notizen zu machen ist da hilfreich. Die Mitschriften zeugten auch von Interesse, sagt Henke von der Handwerkskammer. Außerdem bieten sie für den Azubi den Vorteil, Infos immer griffbereit zu haben und bestimmte Fragen nicht ein zweites Mal stellen zu müssen.

Ebenfalls punkten können Azubis in ihrer Firma mit guten Tischmanieren. Hastiges Herunterschlingen von Essen in der Kantine oder am Schreibtisch ist tabu. "Es sollte auch darauf geachtet werden, dass das Besteck zum Mund geführt wird und nicht umgekehrt", erklärt Hartwich.

Beliebt machen können sich Azubis bei ihrem Vorgesetzten, indem sie sich flexibel zeigen: Wenn ein dringender Auftrag nicht vor Dienstschluss um 17 Uhr fertig wird, sollte die Bereitschaft für die eine oder andere Überstunde vorhanden sein. "Darin zeigt sich, wie einsatzbereit und belastbar ein Azubi eingeschätzt wird", sagt Christian Henke.

Wenn's mal etwas länger dauert


Die Überstunden dürfen aber nicht ausufern - denn Azubis sind im Betrieb, um ihren Beruf zu erlernen, und dazu reicht die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit in der Regel aus. "Wenn Überstunden geleistet werden, dann muss der Azubi dafür einen Zuschlag oder einen Freizeitausgleich erhalten", erläutert Florian Haggenmiller, Bundesjugendsekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Das A und O für jeden Azubi ist aber, fest vorgegebene Uhrzeiten einzuhalten. "Unpünktlichkeit kann erhebliche negative Folgen haben", warnt Henke. Das kann eine Verzögerung des Arbeitsablaufes mit sich bringen und bei häufigem Wiederholen im schlimmsten Fall die Kündigung.

Azubis haben aber nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Darauf weist Haggenmiller hin. So müssen der Kündigung eines Azubis mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen. "Im Falle eines Falles sollte der Inhalt einer Abmahnung genau geprüft und bei einer unberechtigten Abmahnung eine Gegendarstellung verfasst werden", rät der DGB-Bundesjugendsekretär.

So weit muss es aber erst gar nicht kommen. Wer Respekt und Wertschätzung gegenüber anderen zeige, sei als Azubis auf der sicheren Seite, sagt Hartwich. Wer sich an diese Tugenden hält, wird im täglichen Miteinander kaum Probleme haben. (tmn)
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