Hauptversammlung der KAB Weiden-Ost
Menschen in den Mittelpunkt

Treue Mitglieder erhielten Urkunden, Pläne für einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag eine Absage: Mit Ehrungen und mit wichtigen Anliegen beschäftigte sich die KAB Weiden-Ost um Vorsitzende Christa Burzer (rechts). Bild: uz

Sie mögen ein lokaler Zusammenschluss sein. Ihre Anliegen reichten aber schon seit Langem weit in die Welt hinaus. Das verdeutlichten die Mitglieder der KAB Weiden-Ost bei ihrer Hauptversammlung - und sie formulierten neue Ziele, von denen viele Menschen profitieren sollen.

Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) spricht sich ganz klar gegen TTIP, das Freihandelsabkommen mit dem USA, aus. "Was wir brauchen, ist eine gerechte und solidarische Wirtschaftsordnung, die die Bedürfnisse der Armen und Ausgeschlossenen, die Rechte der arbeitenden Menschen und die Bewahrung der göttlichen Schöpfung in den Mittelpunkt stellt", unterstrich Kreisvorsitzender Hermann Stadler bei der Jahreshauptversammlung der KAB Weiden-Ost.

Dabei stellte Vorsitzende Christa Burzer das Leitthema "Nachhaltig leben und arbeiten" vor. Nach "Klug kaufen", "richtig steuern" und "sinnvoll leben" drehe sich diesmal alles um den Schwerpunkt "gut wirtschaften", erläuterte sie. Es gehe um die Frage, wie eine gute, nachhaltige Wirtschaft auszusehen habe. "Wie muss eine Wirtschaft gestaltet sein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt?"

Faire Ziele


Die Soziallehre der Kirche fordere den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital. "Wir müssen nachfolgenden Generationen ein gutes Leben ermöglichen." Damit hätten sich auch die dritten Weidener Sozialtage befasst: Mit fairen Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen und dem schonenden Umgang mit den Ressourcen. "Wir als KAB-Kreisverband haben es auf den Weg gebracht, dass Weiden sich auf den Weg macht, ,Fair Trade Town' zu werden." Allerdings sei es bis dahin noch ein Stück Arbeit.

Ferner setze sich die KAB für den arbeitsfreien Sonntag ein. "Auch in Weiden müssen wir aufpassen, dass nicht ein dritter verkaufsoffener Sonntag kommt, nachdem doch ein Stadtrat schon laut darüber nachgedacht hat." Der Sonntag sei für die Familie da.

Ein weiteres Thema war der von der KAB eingeforderte und von der Politik endlich umgesetzte Mindestlohn. Sogar MdB Albert Rupprecht "hat bei unserem jährlichen Gespräch zugegeben, dass er sich getäuscht hat und der Mindestlohn keine Arbeitsplätze vernichtet".

Außerdem fordere man für Kinderartikel eine reduzierte Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Die KAB engagiere sich für die Interessen und Anliegen der Arbeitnehmer und gewähre kostenlose Beratung in Angelegenheiten des Arbeits- und Sozialrechts, betonte Burzer. International setze sich der Verband für Uganda ein. Und: "Bei unserem traditionellen Johannisfeuer spendeten wir den Erlös für die Erdbebenopfer in Nepal. Es war der stolze Betrag von 600 Euro." Die KAB sei wichtig. Gerade in heutiger Zeit. Weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stelle. "Gäbe es die KAB nicht, man müsste sie erfinden."

Kritik an Finanzmärkten


In seinem Grußwort kritisierte Stadler die Finanzmärkte scharf, weil dort Gewinne privatisiert, Kosten und Risiken aber solidarisiert würden. "Das geplante Freihandelsabkommen setzt diese Fehlentwicklung fort." Mit einer Powerpoint-Präsentation ließ Christa Burzer das abgelaufene KAB-Jahr Revue passieren.

EhrungenBei der Hauptversammlung der KAB Weiden-Ost standen auch Ehrungen für langjährige Mitglieder auf dem Programm. Für 50-jährige Treue erhielt Günther Meckl die Auszeichnung. Für 40 Jahre Rosa Reil, Johannes Reil, Waldtraud Lindner, Karl Lindner, Karolina Meier und Elisabeth Mark. (uz)
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