Heimatring: Leseabend mit Martin Stangl
Von Klankermeier bis zum Papst

Martin Stangl. Bild: hcz

Mit zwei Begriffen zeigte sich schon, dass die Spannbreite wirklich groß war: "Klankermeier" und "Papst". Mit diesen Stichworten aus seinem Büchlein "Oberpfalz - 99 Dinge, die Sie wissen müssen" machte Martin Stangl die Besucher des "Heimatring-Leseabends" neugierig. Ein vergnüglicher Streifzug durch Wissenswertes in unserer Heimat wurde es deshalb in der "Almhütte".

Zwar erlaubt der Rotstift nur mehr alle zwei Jahre "Weidener Literaturtage", trotzdem entschloss sich der Heimatring, jährlich einen "Leseabend" zu veranstalten. Und das unter schwierigen Bedingungen: Denn (zum wiederholten Mal) trat man gegen den FC Bayern im Fernsehen an. Dennoch kamen knapp 100 heimatkundlich Interessierte, und es wurde, dank Stangl und der musikalischen Begleitung durch Theo Helgert, ein kurzweiliger Abend.

Buchhändler, Verleger und Autor Stangl berichtete von seinen umfangreichen Recherchen zu den "99 Dingen" aus der Oberpfalz. Vielfach sei er bereitwillig unterstützt worden. Der Oberpfälzer, wortkarg und verschlossen, öffne sich, wenn es um seine Heimat gehe. Beispielsweise beim "Wondreber Totentanz". In der kleinen Kapelle, in der Deckenfresken zu sehen sind, habe man ihm vertrauensvoll alleinigen Zutritt gewährt. Auch die Mitarbeiter der Glashütte Lambertz in Waldsassen hätten ihn in ihre Produktionsstätten gelassen.

Stangl ging zudem auf berühmte Oberpfälzer ein: Politiker, Musiker, den Kabarettisten Dieter Hildebrandt und den - vielen völlig unbekannten - Kommunisten Hans Beimler aus Waldthurn, der 1936 ermordet wurde und an dessen Beisetzung 300 000 Spanier teilgenommen hatten. In gekonnten Bildern zeigte der 55-Jährige den Gästen das kleinste Weinbaugebiet Deutschlands (die Winzerer Höhen an der Donau bei Regensburg), die Stätten, an denen zum Zweck der Seidenherstellung lange Seidenraupenzucht betrieben wurde (ebenfalls bei Regensburg), die Walhalla, die Landschaft um Regen, die Burg Stockenfels mit ihrer Geschichte als "Bierpantscher-Walhalla" und Stangls Favoriten in der Oberpfalz: den Markt Kallmünz.

Walter Klankermeier kommt im Büchlein deshalb vor, weil er einst bei Stangls Vater, als die Buchhandlung noch in der Frauenrichter Straße war, 20 Bibeln bar bezahlte. Die Geschichte des Nachtclubkönigs und seiner Ermordung wird detailliert erzählt. Über Papst Benedikt XVI. wird eine ganze Seite lang berichtet, weil der gebürtige Oberpfälzer dem Verfasser zwar ein Autogramm verweigerte, ihm aber per Brief den "Apostolischen Segen" übermitteln ließ.
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