Heimatring macht virtuellen Spaziergang durch Weiden im Jahr 1700
Geschichtsstunde in 3-D

Bernhard Weigl. Bild: hcz

Einen Spaziergang durch Weiden im Jahr 1700 unternahm der Heimatring. Möglich machte den Ausflug in alte Zeiten die moderne Technik. Und viel historisches Detailwissen.

Weiden im Jahr 1700 - eine andere Welt: 2000 Einwohner bevölkern das kleine Städtchen. Vor den Stadtmauern schützt ein großer Erdwall vor Eindringlingen. Drei Tore - die einzigen Zugänge - werden täglich vom Stadtwachtmeister ab- und morgens wieder aufgesperrt. Der Türmer der Michaelskirche wacht hoch droben in seiner Wohnung. Bei der Versammlung des Heimatrings sahen die Delegierten all dies bei einem virtuellen Spaziergang in 3-D und Farbe.

Bernhard Weigl aus Mantel hat in zweijähriger Arbeit einen Film erstellt, bei dem sich der Zuschauer ins Jahr 1700 versetzt fühlt. Der 46-jährige Techniker, der auch schon vier Bücher und diverse Aufsätze zur Geschichte der Region veröffentlicht hat, ist seit seiner Jugend Hobby-Historiker. Vergangenes Jahr vollendete er die 3-D-Rekonstruktion, die Weiden um 1700 zeigt.

Sie zeigt längst nicht mehr existierende Bauten wie die "Vor-Tore", die dem Unteren und dem Oberen Tor vorgelagert waren, frühere Brücken über den Stadtbach, aber auch Gebäude, die erst beim amerikanischen Beschuss 1945 zerstört wurden. Weigls Vortrag war mit interessanten Details, aktuellen und alten Fotos sowie zahlreichen wissenschaftlichen Erklärungen unterlegt. "Eine Rekonstruktion ist immer so gut wie die Daten, die vorliegen", stellte Weigl fest. Zum Glück gebe es noch teils exakte Pläne und umfangreichen Schriftverkehr aus jener Zeit, da der Herzog von Sulzbach damals immer gut über seine Besitztümer und sein Herrschaftsgebiet informiert sein wollte.

Die gut 100 Anwesenden aus dem Kreis der kultur- und brauchtumstreibenden Vereine spendierten dem Referenten langen Applaus. Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl kündigte an, dass der diesjährige Maibaum-Festzug etwas anders als gewohnt verläuft. Die Aufstellung ist um 13.45 Uhr im Hof der VHS. Von dort aus geht es über die Allee, an der Josefskirche vorbei in die Sedanstraße und dann durch das Obere Tor wieder auf gewohntem Weg zum Alten Rathaus. Zahlreiche Gruppen werden die Maibaum-Aufstellung mit Musik und Tanz umrahmen.

Zudem gab Magerl bekannt, dass die Planungen der Dachorganisation fürs zweite Halbjahr laufen. Die Meldungen der angeschlossenen Vereine über ihre Aktivitäten müssen bis 10. Mai abgegeben werden. Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz erinnerte an das Jubiläum "775 Jahre Weiden" am 16. Juli. Sie rief die Vereine auf, sich zu beteiligen.

Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler lud zum Volkstanzabend am Samstag, 23. April, ab 20 Uhr in der Sportgaststätte "Anpfiff". Die Sieger des Weidener Volksmusikpreises 2014 "DZ Nowlreiwa" spielen "Boarische", "Zwiefache", "Schottisch", Walzer, Polkas und Figurentänze. Annemarie Maier vom Stammtisch "Höhe 309" lud zur Teilnahme an einer Dreitagefahrt im August ins Berchtesgadener Land.
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