Hilfe für entwicklungsverzögerte Kinder
HPZ-Frühförderung seit 40 Jahren

In der Frühförderstelle in Weiden betreuen 24 Therapeutinnen aus den verschiedensten Bereichen jährlich rund 300 Kinder vom Säuglingsalter bis zur Einschulung. Leiterin ist Diplompsychologin Sabine Schön (rechts). Bild: fz
 
Nicht alle Kinder entwickeln sich gleich. Bei Verzögerungen kann die Frühförderung entscheidend helfen. Archivbild: htl

Vielleicht merkt die Hebamme bei der Geburt schon etwas. Oder der Kinderarzt danach. Möglicherweise fällt auf, dass sich das Kleine in der Krabbelgruppe nicht so wie die anderen bewegt. Oder dass Gleichaltrige schon Romane erzählen, während das eigene Kind noch nicht spricht. Frühe Hilfe ist hier entscheidend für die Entwicklung des Kindes. In der Region gibt es sie seit 40 Jahren.

Kinder gehen ihren Weg - und die HPZ-Frühförderung begleitet sie seit vier Jahrzehnten dabei. Die interdisziplinäre Frühförderstelle Weiden in der Hochstraße, eine Einrichtung des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth (HPZ), engagiert sich für die Zukunft der ihnen anvertrauten Kinder. Frühförderung beginnt im Säuglingsalter, hier werden bereits entscheidende Weichen gestellt. Mögliche Entwicklungsverzögerungen oder Einschränkungen müssen früh erkannt und gezielt gefördert werden. Dann hätten die meisten Kinder gute Chancen, diese Verzögerungen in ihrer Entwicklung aufzuholen und sich normal weiterzuentwickeln, stellt Diplom-Psychologin Sabine Schön, Leiterin der Einrichtung, fest.

Wissenschaftlich fundiert


"Wir sind seit 40 Jahren da, wenn Eltern sich Sorgen wegen der Entwicklung ihres Kindes machen", betont sie. Es gebe verschiedene Wege, wie Eltern zur Einrichtung fänden. "Am häufigsten sind es Empfehlungen von Ärzten, aber auch eigene Beobachtungen der Eltern." Ein kurzer Kontakt mit der Förderstelle, gerne auch telefonisch - "und eine der Kolleginnen kommt zu den Eltern". Wenn nicht schon Ärzte "Grund zum Handeln" festgestellt hätten, klärten die Therapeutinnen dies mit den Eltern ab. Schön: "Wir wählen dafür aus umfangreichen wissenschaftlich fundierten Methoden für den Entwicklungs- und Altersbereich des Kindes das Geeignetste aus und stimmen mit Eltern und Ärzten eine Empfehlung zur Behandlung ab."

Frühförderung sei nicht verpflichtend. "Wenn es gut ist, ist dann alles gut", meint die Leiterin. Die Maßnahmen sind in der Regel kostenfrei. Beim Antragsverfahren unterstützen die Mitarbeiterinnen die Eltern. Nach positivem Bescheid kann die Frühförderung mit dem Kind beginnen, entweder zu Hause bei den Familien oder aber in den Räumen der Frühförderstelle. Ja, sogar in der Kindertagesstätte, wenn beide Eltern berufstätig sind. "Unsere Erfahrung in den 40 Jahren zeigt, dass oftmals zu Hause die beste Umgebung ist, weil Lernprozesse um die es ja häufig geht, im vertrauten Umfeld schneller umgesetzt werden", erklärt Diplompsychologin Schön. Diese Umgebung sei "angstfrei".

24 Heilpädagoginnen, Erzieherinnen, Ergo- und Physiotherapeutinnen, Logopädinnen und Psychologinnen, ergänzt mit Kooperationspartnerinnen aus freien Praxen der Region, arbeiten eng mit den Eltern und Ärzten für die Entwicklung des Kindes zusammen.

Bereits 10 000 Kinder gefördertDas 40-jährige Bestehen der Frühförderung ging im Jahr des 50. Jubiläums des HPZ etwas unter. Während der vier Jahrzehnte hat die Einrichtung knapp 10 000 Kinder von der Geburt bis zum Einschulungsalter in ihrer Entwicklung gefördert. Derzeit sind es durchschnittlich 300 Kinder im Jahr, die von 24 Therapeutinnen aus den verschiedensten Bereichen und drei mobilen sonderpädagogischen Hilfen betreut werden. Das Einzugsgebiet der vor sieben Jahren vom HPZ in Irchenrieth in die Hochstraße in Weiden umgesiedelten Stelle erstreckt sich auf eine Fläche von 1970 Quadratkilometern mit einer Einwohnerzahl von 180 000. Es reicht von Eslarn bis Kirchenthumbach und von Windischeschenbach bis Nabburg. (fz)
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