„Hoffnung für Menschen“ berichtet über Arbeit in Südindien
Hilfsverein trotzt indischer Regierung

Traditionelle südindische Kleidung ist beim jährlichen Indischen Abend bei den Damen Pflicht. "Hoffnung für Menschen" informierte über die Vereinsarbeit. Links Gründungsvorsitzender Horst Heider, rechts Vorsitzender Thomas Ebnet. Bild: Kunz

Letztlich sind es immer die Mächtigen, die den Helfern Prügel zwischen die Beine werfen. Wie Pfarrer Julius John am Freitag beim "Indischen Abend" in der OTH erklärte, behindere die Regierung vor Ort die Verteilung der Hilfsgüter durch den Verein "Hoffnung für Menschen" massiv. "Die legen uns viele Steine in den Weg."

Dennoch kämen die Hilfsmittel an, weil der eigene Verteilungsapparat in den Ortschaften gut aufgestellt sei und hervorragend funktioniere. Pfarrer Antony Soosai aus der Pfarrei Neukirchen St. Christoph begründete die Behinderung der Arbeit durch die Regierungsstellen mit deren Korruption. Unter allen Umständen solle verhindert werden, dass die Leute ausgebildet würden. "Wer gebildet ist, denkt nach."

Für Witwen und Waisen


Und Bildung hat für den Oberpfälzer Hilfsverein allerhöchste Priorität, erklärte Vorsitzender Thomas Ebnet, der insbesondere dem Gründungsvorsitzenden Horst Heider dankte. "Hoffnung für Menschen" engagiert sich für notleidende Menschen in Südindien, speziell im Bundesstaat Tamil Nadu, weil besonders Kinder, Waisen und Witwen am Rande der Gesellschaft stünden.

Und weil man sich in Südindien oftmals nur durch Kinderarbeit und unter minimalen Arbeitslöhnen über Wasser halten könne. "Unser Ziel ist es, notleidenden Menschen Mut zuzusprechen und deren Lebenssituation zu verbessern." Man wolle ihnen Hoffnung schenken und eine Perspektive geben für eine bessere Zukunft.

Das Prinzip laute: "Hilfe zur Selbsthilfe". Wie Pfarrer John aus Tamil Nadu erklärte - er wirkt derzeit als Seelsorger in Neukirchen St. Christoph - gelte der Verein bei seinen Landsleuten, insbesondere bei den Priestern, als Vorbild. Vor allem Pfarrer Soosai sei eine Kraftquelle für die Leute in Südindien. "Wir erledigen unsere Arbeit dort mit Freude."

"Unser Leben macht Sinn, wenn wir teilen und uns um die Armen kümmern." Pfarrer John dankte den Helfern im Namen aller unterstützter Familien. "Für eure Bemühungen ein herzliches Vergelt's Gott", sagte Ebnet, der bereits neun Mal auf eigenen Kosten vor Ort war. "Rompa Nanti" - Vielen Dank.

1019 Patenschaften


Eines der Ziele sei die Erhaltung der Kinderdörfer, die im Stil der SOS-Kinderdörfer geführt würden. Es gebe insgesamt elf Einrichtungen mit jeweils einer "Mutter" und acht Kindern in drei Dörfern. Ferner kümmere man sich um die Ausweitung von Patenschaften, von denen es insgesamt 1019 gebe. Den Löwenanteil machten Kinderpatenschaften (288) und Studienbeihilfen (240) aus. Gefolgt von Slumkinder- (229) und Familien- (146), Kinderdorf- (109) und Behindertenpatenschaften (7).

Am Herzen lägen ihm auch die Waisenkinder, sagte Ebnet. "Wir wollen diesen Kindern ein menschenwürdiges Leben verschaffen und dabei helfen, dass sie später auf eigenen Beinen stehen." Natürlich könne dies nur mit Hilfe der Partner vor Ort gelingen. Mit Bildern informierten Christine Götzl und Christine Kabitschke über die Arbeit in den Slums. Es gab Huhn in Mangosoße.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hoffnung für Menschen (4)Antony Soosai (7)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.