Hohe Investition in Klimaschutz geplant
Windrad auf Dach, Voltaik an der Wand

Macht ein Förderprogramm des Bundes möglich, was sich manche Weidener immer noch erträumen? Ein Windrad etwa? Kein Monstrum, das Hunderte von Metern in den Himmel ragt, sondern klein und fein, aber durchaus effektiv. Geht es nach den Wünschen der Stadtwerke, soll sich das Radl nur zehn Meter über dem Freizeitzentrum drehen und die Energiebilanz deutlich aufbessern.

Noch wichtiger ist jedoch die riesige Photovoltaikanlage (329 000 Euro) und ein weiteres Blockheizkraftwerk (rund 600 000 Euro) in der Therme. Eine Million kostet die zudem geplante Absorptionskältemaschine im Eisstadion. "Das Programm ,Kommunale Klimaschutz-Projekte' ist sehr lukrativ. Es verspricht eine 80-prozentige Förderung", erklärt Stadtwerkevorstand Johann Riedl, der sofort zugriff.

Energietankstelle


Die Stadtwerke haben eine Förderbewerbung unter dem Motto "Freizeitzentrum Weiden als Energietankstelle für Körper, Geist und Umwelt" eingereicht, um eine Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro zu bekommen. Damit ließe sich das Gesamtpaket von 3,37 Millionen finanzieren, mit dem das Haus ab 2020 vollkommen energieautark laufen könnte: Übers Jahr würde es bei kräftig modernisierter Gebäudetechnik nicht mehr Energie verbrauchen, als es erzeugt.

Die Max-Reger-Congress & Event GmbH hat ebenfalls eine Projektskizze für die Max-Reger-Halle eingereicht. Die Gesamtinvestition wird bei über 2 Millionen Euro liegen, wobei Geschäftsführer Johannes Häring einen Zuschuss von 1,64 Millionen Euro erwartet. Wie an der WTW sollen auch an der Regerhalle eine "ganze Batterie" von Stromlade-Stationen für E-Mobilität entstehen, um die Nutzung des eigenerzeugten Stromes weiter zu erhöhen. Die Energie soll von Photovoltaik-Modulen kommen, die nicht nur auf dem Dach liegen, sondern als "aktive Fassade" vor die Außenwand der Max-Reger-Halle gehängt werden. Auch ein Blockheizkraftwerk und die Verwendung von Absorbtions- und Kompressorkältemachinen ist geplant. Die Heizungs- und Kältetechnik ist auf den technologisch neuesten Stand zu bringen.

Energieleitfaden folgen


Als die markanten Häuser entstanden, waren Architektur und Technik auf der Höhe ihrer Zeit. Heute ist es erforderlich, Maßnahmen durchzuführen, um sie langfristig zu erhalten und möglichst energieautark fit für die Zukunft zu machen. Dazu müssen sie auf den neuesten technischen und energetischen Stand gebracht werden. Aber ohne kräftige Unterstützung sind die Aufgaben finanziell nicht zu stemmen. Beide Einrichtungen sind Zuschussbetriebe.

Die Stadt verfolgt konsequent die national und international gesteckten Klimaziele, betont das Umweltamt. Bereits 2008 hat sie einen Energieleitfaden erstellt, der den Ausbau erneuerbarer Energien bis 2020 vorsieht. Das Freizeitzentrum mit der Thermenwelt und der Hans-Schröpf-Arena sowie die Max-Reger-Halle haben riesigen Energiebedarf und gehören zu den Einrichtungen mit großer regionaler Bedeutung.

Sowohl OTH als auch ETZ begleiten das Projekt. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß begrüßt es, dass das Kommunalunternehmen Stadtwerke Weiden sowie die Leitung der Max-Reger-Halle, die Max-Reger-Congress & Event GmbH, sofort entsprechende Anträge gestellt haben. Und er hofft, dass die innovativen Ideen auf Zuspruch bei den entscheidenden Gremien treffen.

Zunächst BewerbungVor dem eigentlichen Förderantrag ist die Bewerbung gesetzt. Die beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit eingereichten "Vor-Anträge" der Verantwortlichen von Stadtwerke und Max-Reger-Halle sollten bis Ende September geprüft sein. Wird die Bewerbung berücksichtigt, können bis zum November die eigentlichen, detaillierten Unterlagen nach Berlin geschickt sein. Mit den zahlreichen Investitionen vor Ort soll dann bereits im ersten Quartal 2017 begonnen werden. Die Maßnahmen-Pakete sollen drei Jahre später abgeschlossen sein. (wd)
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