Hunderte von Hunde-Kot-Beutel landen auf verlassenem Grundstück
"Da packt dich doch die Wut"

Brandfleck und nun auch Schandfleck: Das Rocky-Docky-Haus, das zuletzt Opfer von Brandstiftern wurde, wird mit Hunde-Kot-Beutel zugemüllt. Bild: Wieder

Wer's nicht sieht, kann's nicht glauben. Hunde-Gassi-Geher werfen ihre Tüten - zu Hunderten - über den Zaun des Rocky-Docky-Hauses am Vorderen Rehbühl. Teile des eh schon verwilderten Grundstücks sind mit stinkenden schwarzen und roten Kot-Beuteln zugepflastert.

Gegen die Wildschweine, die sein Grundstück als Kot-Kiste verschandeln, gebe es wohl nur ein Mittel: Eine Wildschweinkamera, die auch bei Nacht und Nebel die Übeltäter aufnehme, die die Beutel über den Zaun schleudern. Der neue Eigentümer weiß aber, dass er derlei Vorkehrungen nicht treffen darf.

"Was sollen, was können wir denn tun?", fragt Gunnar Hackl, den die Stadt über die "Veränderungen" auf dem Grundstück informierte. "Wir sind dem Treiben dieser Menschen hilflos ausgeliefert. Da packt dich doch die Wut", ärgert sich Hackl. Und: "Zum alten Schandfleck kommt ohne unser Zutun ein neuer."

Brandruine vor Abbruch


Der Vorstand der Fides Wohnungsbau e. G. erwarb vor eineinhalb Jahren die Brandruine an der Ecke Peter-Henlein-/Rehbühlstraße, um darauf ein Mehrfamilienhaus zu errichten. "Wir wollten ursprünglich schneller sein, mussten aber erst ein Bebauungsplanänderungsverfahren durchführen lassen. Jetzt sind wir mit der Stadt sehr gut im Plan."

Schon im vergangenen Jahr versuchte die Fides, das Grundstück etwas attraktiver zu machen, ließ über den Maschinenring die Büsche zurückschneiden, vor allem hin zur Straße den Bewuchs deutlich stutzen. Ergebnis: Die Lücken im Grün nutzen nun die Hunde-Gassi-Geher auf ihre ganz spezielle Art und Weise. Hackl will sich dennoch nicht geschlagen geben, sondern plant - "obwohl das Haus nicht mehr lange steht"- Gegenmaßnahmen. "Vielleicht stellen wir doch eine Kamera auf." Zumindest sei dann feststellbar, "wann die Beutel fliegen". "Mit diesem Wissen werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen." Dies sei er übrigens auch den Nachbarn schuldig, die unter "diesen untragbaren Zuständen" sehr leiden. Auch bei ihnen landen Beutel.

In Absprache mit den Fachbehörden der Stadt will Hackl im neuen Jahr die Ruine abtragen und das Grundstück roden. "Dann kommt der ganze Dreck weg."

Datenschutz gegen VideoüberwachungEs klingt ganz simpel: Eine Video-Kamera ans Rocky-Docky-Haus, und die Hundekot-Werfer sind enttarnt. Doch hier geht der Datenschutz vor - und über alles. Das eigene Anwesen überwachen ist möglich. Doch erfasst das wachsame elektronische Auge den öffentlichen Raum, wird's hochkompliziert. Dann greifen die Orientierungshilfen des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht am Landratsamt Ansbach. Und dort meint eine Expertin, dass nur in begründeten Ausnahmefällen der etwa ein Meter breite Streifen entlang des eigenen Grundstücks von der Kamera erfasst werden dürfe. (wd)
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 22.09.2016 | 15:38  
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