Im Fasching fixiert auf Krapfen
Am liebsten schmalzig

Es gibt sie mit Eierlikör-, Vanille-, Schoko- oder Marmeladenfüllung. Gern auch handgeflochten als Spitzel. Und gegen Ende der Faschingszeit kann kaum einer mehr die Finger von Krapfen lassen: Der König des Schmalzgebäcks scheint also unwiderstehlich zu sein. Na dann: Schmalzeit! Bild: Götz

Gerade hat die Bäckerei Brunner auf Sonderwunsch ihren Senf dazugegeben. Und auch Bäckermeister Thomas Retzer spritzt die beliebte Bratwurst-Beigabe auf Bestellung in die Krapfen. Denn die verkaufen sich gerade im Faschingsendspurt wie geschmiert. Allerdings bevorzugt mit einer ganz anderen Füllung.

An der Zeit bis Aschermittwoch haben Quarktaschen, Nusshörnchen und Co. ganz schön zu knabbern. Denn ab Januar duldet der König des Schmalzgebäcks diese Plunderteilchen kaum mehr neben sich. "Die Kunden sind in dieser Zeit wie fixiert auf Krapfen. Diese Nachfrage verdrängt das andere süße Gebäck", bestätigt Petra Zimmert, Verkaufsleiterin bei Brunner Bäcker.

Dabei beginnt der Jieper auf Krapfen ganz behäbig im Januar. Doch von Woche zu Woche wächst er. Besonders groß ist der Heißhunger auf Hefeteig mit Füllung immer an Samstagen - und im Faschingsendspurt. Die Folge: In Backstuben herrscht seit Wochen Hochbetrieb.

Ab 1 Uhr bis weit in den Tag hinein werkeln etwa bei Brunner Konditoren derart fleißig, dass der Puderzucker nur so staubt. Sonderschichten werden gefahren. "Wir backen derzeit rund um die Uhr. Dabei ist die Feinbäckerei besonders gefragt", verrät Zimmert. Wohl dem, der gerade die Brotschicht schiebt.

Auch Thomas Retzer von der gleichnamigen Bäckerei am Rehbühl kümmert sich täglich ab 6 Uhr morgens ausschließlich um das närrische Gebäck. "Im Januar haben wir täglich etwa 100 Krapfen gemacht." Aktuell landen zwischen 300 und 500 Krapfen pro Tag im Fettbad seiner Backstube. Die Folge: Der Geruch dominiert. Liebe mag durch den Magen gehen. Fasching zieht durch die Nasennebenhöhlen. Es regiert der König des Schmalzgebäcks - mit diversen Füllungen.

Klassiker ist der Renner


Sahne, Nougat-, Eierlikör- oder Vanillecreme, Himbeer- oder Johannisbeermarmelade füllt Bäckermeister Thomas Retzer in den Hefeteig. Krapfen mit Schoko-, Eierlikör-, Vanillecreme, Erdbeermarmelade oder Hiffenmark (fränkisch für Hagebuttenkonfitüre) bieten die Brunner-Filialen feil. "Dabei verkauft sich der Klassiker mit Hiffenmark am besten", weiß Zimmert. Stimmt, pflichtet Retzer bei: Bei ihm geht der Krapfen mit Himbeerfüllung am besten.

Aber auch die handgeflochtenen und daher etwas teureren Exemplare mit Sahne bei Retzer (1,30 Euro) oder Vanillepudding bei Brunner (Spitzel für 1,60 Euro) sind gefragt. Noch. Denn der Kehraus naht. "Ab Aschermittwoch stürzen sich wieder alle auf Plunderteilchen. Gerade in der Weidener Gegend", weiß Zimmert. Warum? "Hier wohnen echte Plunder-Fans." Daran wiederum dürfte der Krapfen nun schwer zu schlucken haben.
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