Im Kampf gegen Drogen neue regionale Präventionsstelle für junge Leute
"Need NO Speed" nun auch mit Präventionsstelle

Gerd Krones betont, wie wichtig die neue regionale Präventionsstelle ist und freut sich, dass "Need NO Speed" mit Andrea Maier und Agnes Scharnetzky (von rechts) jetzt noch intensiver arbeiten kann. Bild: otj

Crystal Meth, aber auch Drogen wie Legal Highs zerstören in der Oberpfalz junge Menschen und ihre Familien. Allein in der ersten Jahreshälfte 2016 zählt die Kriminalpolizei sechs Drogentote. Die Initiative "Need NO Speed" stellt sich dem entgegen, jetzt auch mit einer neu geschaffenen regionalen Präventionsstelle.

Diese Präventionsstelle stellten bei einem Pressegespräch im Jugendzentrum Weiden Projektkoordinatorin Agnes Scharnetzky und ihre Assistentin Andrea Maier vor. Beide bringen reichen Erfahrungsschatz mit: Scharnetzky in der außerschulischen Projektarbeit mit Jugendlichen, Maier in der Betreuung psychisch kranker Menschen.

Ausdrückliches Ziel der regionalen Präventionsstelle sei es, im Bereich "neuer psychoaktiver Substanzen" (beispielsweise Crystal Meth) Konzepte zu erarbeiten, Maßnahmen festzulegen und eine zivilgesellschaftliche Vernetzung voranzutreiben. Dabei wolle man nicht nur punktuell arbeiten, sondern strebe eine nachhaltige Betreuung der Zielgruppen an. Erste Projekte seien bereits auf dem Weg, so Scharnetzky. "Zurzeit läuft zum Beispiel ein Theaterprojekt mit der Max-Reger-Schule." Dort sollen sich die Jugendlichen mit dem Verführungspotential der Drogen auseinandersetzen. Insgesamt begleite "Need NO Speed" Schüler der achten Klasse sowie Lehrer und Eltern das Schuljahr hindurch mit Angeboten zur Prävention mit dem Fokus auf Crystal Meth und Legal Highs wie Kräutermischungen.

Bereits gute Strukturen


Ob grenzübergreifende Kooperationen, politische Arbeit oder die Schulung von Fachkräften und Multiplikatoren - das junge Team der Präventionsstelle findet dank des Engagements von "Need NO Speed" bereits ausgeprägte Strukturen vor. Seit 2012 stemmt sich ein Netzwerk aus Polizei, Behörden, Verbänden, Politik, Zivilgesellschaft und nicht zuletzt Eltern den Drogen in der Region und der Sucht junger Menschen entgegen. Gerhard Krones, Gründungsmitglied von "Need NO Speed" und ehemaliger Leiter der Suchtambulanz von Caritas, verknüpft seit Jahren sein Engagement mit der Forderung nach Personal. Prävention müsse sich an persönlichen und regionalen Bedürfnissen orientieren und im Dialog stattfinden. Und: "Prävention darf sich nicht nur an Konsumenten wenden, sondern muss auch deren Umfeld einbeziehen."

Um dem gerecht zu werden, brauche es ausreichend Personal. Ein erster Schritt sei mit der Präventionsstelle für Weiden, Neustadt und Tirschenreuth gemacht. Unterstützer der Forderung kämen aus den Reihen der Eltern, regionaler Politiker und des Langzeitpartners Lions-Club Goldene Straße. Die Finanzierung der Stelle ermögliche die Förderung des Gesundheitsministeriums - für zwei Jahre, mit 50 000 Euro. Bei der strukturellen Umsetzung habe der Bayerische Jugendring geholfen.

Zahl der Drogendelikte


Wie wichtig die Initiative und die Präventionsstelle für die Oberpfalz sind, belegen Zahlen, die Kriminaloberrat Thomas Bauer von der Kriminalpolizei vorstellte. 2016 könnte die Zahl der Drogendelikte über 1000 steigen. Davon käme die Hälfte der Beschuldigten aus der Oberpfalz. "Wir sind keine reine Transitregion."
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