Im Mai 2014 stoppte die Polizei einen Hundetransport wegen fehlender Impfungen
Wer zahlt die Rechnung für Welpen?

Fotografin Uschi Lang hat 2014 für das Nürnberger Tierheim Bilder der jungen Hunde aus dem Welpentransport angefertigt.

Um Mitternacht stoppte im Mai 2014 die Weidener Verkehrspolizei einen Welpentransport auf der A 6 bei Leuchtenberg. Im Laderaum: 57 Welpen und 22 Rassekätzchen. Die Amtstierärztin beschlagnahmte die Tiere und ließ sie ins Tierheim Nürnberg bringen.

Zwar waren die Papiere nicht gefälscht und der Transport artgerecht. Aber die Jungtiere hatten keine gültige Tollwutimpfung, da diese mehrere Wochen zu früh erfolgt war. Folge: Die Welpen und Kätzchen mussten erneut geimpft werden und drei Monate im Nürnberger Welpenhaus isoliert versorgt werden. Das war nicht billig, wie sich jeder Tierhalter lebhaft vorstellen kann. Die Kosten für Quarantäne und Tierarzt summierten sich auf rund 100 000 Euro. Darauf will die Stadt Weiden nicht sitzenbleiben und stellte den Betrag den Züchtern in Rechnung.

Bei den Besitzern handelt es sich um ein Ehepaar aus dem östlichen Tschechien, das nach eigenem Bekunden seit 15 Jahren europaweit im Geschäft ist. Das Paar verweigert bislang die Zahlung und klagt aus diesem Grund am Donnerstag, 17. März, vor dem Verwaltungsgericht Regensburg gegen die Stadt Weiden.

Valentin Glass, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei, erinnert sich noch gut an den nächtlichen Hundetransport, den er am frühen Morgen selbst mit nach Nürnberg begleitete. Lebhaft in Erinnerung ist ihm auch das Medienaufgebot am Tierheim: "Wir wurden schon erwartet." In den Transportkäfigen befanden sich wenige Wochen alte Golden Retriever, Labrador Retriever, Cocker Spaniel, Chihuahua, Spitze, Möpse, Bordeaux-Doggen und Französische Bulldoggen. Die Katzen gehörten zur Rasse Chat British. Der Wert der Tiere ließ sich schwer schätzen, so Glass.

Was ist aus den Tieren geworden? Auch Hermann Hubmann vom Rechtsamt der Stadt Weiden hat den Fall verfolgt. "Nach längerem Rechtsstreit willigten die tschechischen Tierhändler letztlich in einen Eigentumsverzicht zugunsten des Tierheims ein." Laut Hubmann wurden die Tiere, soweit sie das Welpenstadium überlebt hätten, vom Tierheim an private Halter weitervermittelt.

Auch ganz aktuell sucht das Nürnberger Tierheim private Pflegestellen für Schmuggelwelpen, darunter teure Rassen. Ist die rechtliche Situation geklärt, können die neuen Herrchen das Tier behalten. Nicht umsonst. Das Tierheim verlangte in der Vergangenheit zwischen 250 und 400 Euro pro Welpe. Eine vergleichsweise hohe Gebühr: Hunde dürfe es nicht zum "Schnäppchenpreis" geben.
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