In der Kurt-Schumacher-Anlage in Weiden
Waschbär gesichtet

 

In Hessen und Brandenburg gelten die possierlichen Tierchen bereits als Plage. In Weiden dagegen galten sie bisher als nicht vorhanden: Waschbär und Marderhund. Jetzt berichtete eine Weidenerin (49) gleich von zwei Sichtungen.

Zwei Mal parkte sie ihren Wagen beim Hallenbad der Realschule und ging dann durch die Kurt-Schumacher-Anlage in die Innenstadt. Zwei Mal tauchte an der Brücke zur Oberen Bachgasse ein Tier auf, das ihrer Ansicht nach ein Waschbär ist. Der kleine Räuber ergriff jedes Mal die Flucht.

Bei der Stadt ist bisher nichts davon bekannt, dass eines dieser Tiere in Weiden Quartier bezogen hätte. Das heißt: "2015 hat uns ein Anwohner der Kettelerstraße berichtet, sein Hund habe einen Waschbären auf den Baum gehetzt", sagt Martin Scheidler vom Umweltamt der Stadt. "Aber seitdem gab es keine Meldung mehr." Eine Bekämpfung wäre eigentlich nur nötig, wenn die Tiere Schaden anrichten würden. Zum Beispiel auf einem Speicher, wie es Marder manchmal machen. In der Innenstadt wäre allerdings nur die Fallenjagd möglich. Und die Erfahrung in anderen Städten zeige, dass Waschbären ebenso schwer in die Falle gehen wie Marder.

Auch Reinhold Gailer von der Unteren Jagdbehörde der Stadt hat noch nichts von einem Waschbären in Weiden gehört. Er tippt allerdings darauf, dass es - wenn überhaupt - dann eher ein Marderhund war. Die beiden Tiere sehen sich sehr ähnlich und dürften für Außenstehende nur schwer zu unterscheiden sein. "In der Jagdzeitung liest man ab und zu mal, dass es Marderhunde in unserer Gegend gäbe. Von Waschbären weiß ich nur in Kassel und Berlin."

Denkbar wäre es durchaus, dass so ein kleines Raubtier in Weiden auftaucht. "Die lieben's stadtnah." Eine große Gefahr sieht Gailer darin aber nicht. "Auch wenn sie nicht heimisch sind. Das ist Wild, und Wild gehört zur Natur. Nur wenn es Störungen gibt, müsste man aktiv werden." Vorsorglich will Gailer deshalb den Jagdpächter der Stadt informieren. "Damit er sich schon mal über Jagdzeiten oder Seuchengefahr kundig macht, falls sich die Meldung bewahrheitet."

Weniger locker reagiert Hans Lehner, Vorstandsmitglied im Jagdverband Weiden-Neustadt, auf die Kunde. Waschbär und Marderhund seien kleine Raubtiere, die auf Bäumen jagen. "Das sind keine heimischen Tiere. Die vermehren sich unheimlich. Man sollte die auf keinen Fall hochkommen lassen." Die einzigen ihm bekannten Fälle, dass so kleine Räuber in der Region auftraten, liegen Jahre zurück. "Nördlich von Schirmitz ist einmal ein Marderhund erlegt worden." Und bei Wernberg habe es einmal Probleme mit Minks gegeben, die Tierschützer aus einer Farm befreit hatten. Aktuell ist ihm aber kein Fall zu Ohren gekommen.

"Es war ein Waschbär"


Anders der 49-jährigen Weidenerin. Sie hat auf Facebook erfahren, dass auch an der Straße Am Parkplatz schon ein Waschbär gesichtet worden sei. Ob es dasselbe Tier war, das sie gesehen hat, ist offen. Dass es ein Waschbär war, steht für die 49-Jährige fest. Sie hat bei dessen Flucht deutlich den hell-dunkel geringelten Schwanz erkannt. Martin Scheidler wäre jedenfalls - "schon rein aus beruflichen Gründen" - an weiteren Meldungen interessiert.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.