In Latein Alpen überquert
13 Elly-Schülerinnen waren auf der Via Claudia Augusta unterwegs

Da wollen wir drüber. Auf Hannibals Spuren haben 13 Elly-Heuss-Schülerinnen innerhalb ihres Praxisseminars in Latein zusammen mit zwei Lehrern die Alpen überquert. Bild: hfz

Sie kamen sich schon fast vor wie römische Legionäre. Vier Tage zu Fuß, ständig zehn Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und das auf der Via Claudia Augusta. 13 Elly-Heuss-Schülerinnen haben innerhalb ihres Praxisseminars in Latein die Alpen überquert.

Auf einer der wichtigsten Römerstraßen, die den süddeutschen Teil mit Italien verband, waren die Schülerinnen mit ihren Lehrkräften Hans Weiß und Kerstin Meiler unterwegs. Dabei spürten sie hautnah die Anstrengung des weiten Weges. Bevor das Abenteuer durch die Dolomiten begann, mussten die angehenden Abiturientinnen zuerst viele organisatorische Hürden bewältigen, die fast ein halbes Jahr in Anspruch nahmen. Zu den Aufgaben des P-Seminars gehörte beispielsweise die Buchung der Quartiere sowie die Suche nach Sponsoren, die einen Teil der Reise finanzierten.

Regen kein Hindernis


Nach einer langen Busfahrt, die montags um 5 Uhr früh am Elly-Heuss-Gymnasium begann, hatte die Gruppe am Reschenpass das Ausgangsziel erreicht. Es folgte eine kurzen Besichtigung des noch aus dem Wasser ragenden Turms der versunkenen Kirche im Reschensee, dann startete die Überquerung der Alpen in dem kleinen Ort St. Valentin. Von dort ging's durch das Gebirge, über Felder und Wiesen und durch kleine, malerische Dörfer. Selbst die starken und immer wieder aufkommenden Regenfälle am ersten Tag konnten die Motivation der gesamten Truppe nicht mindern, und nach 13 Kilometern erreichte sie das erste Etappenziel, eine Pension in dem Ort Mals.

Am nächsten Tag führte die Via Claudia Augusta an beeindruckenden Wasserfällen im Gebirge vorbei. Immer häufiger tauchten Obstplantagen auf, ein Zeichen dafür, dass sich die Schülerinnen und Lehrer immer weiter Richtung Süden begaben. Außerdem durchquerten sie zum allerersten Mal ein Waal, ein Gebiet im Gebirge, in dem es kaum regnet - ein geographisches Phänomen. Dieser Vegetationswechsel, der sich schon vom ersten zum zweiten Tag bemerkbar machte, beeindruckte die Wandergruppe auf ihrem Weg immer wieder. Erschöpft, aber sehr stolz über ihre zurückgelegten 16 Kilometer, kamen die Schülerinnen und Lehrer an ihrem zweiten Ziel, dem Ort Eyrs, an.

Der dritte Tag führte die Gruppe mitten durch Schaf -und Kuhweiden und auch vorbei an den ersten Weingärten. Auch das Wetter wurde zusehends besser. Zurückgelegt wurde an diesem Tag die weiteste Strecke, nämlich fast 20 Kilometer von Eyrs bis nach Vetzan. Das letzte Stück bis zu ihrer Pension in Plaus, dem dritten Etappenziel, wurde, wie vorab geplant, mit der Vinschgerbahn bewältigt.

Raus aus Wanderschuhen


Am letzten Tag marschierte die Gruppe Richtung Algund über den sogenannten Algunder Waalweg, der mitten durch Weinfelder führte. Von diesem Weg aus hatte man einen wunderbaren Ausblick auf das endgültiges Ziel: Meran. Das schon mediterrane Klima, also die Hitze und zunehmend schwüle Luft sowie die ersten Palmen, riefen bei den Schülerinnen großes Staunen und doch auch Erleichterung hervor. Die letzten 10 Kilometer waren geschafft. Am endgültigen Ziel, dem Meraner Bahnhof, zogen sie zu allererst die Wanderschuhe aus.

Immer ein Schild dabei


Auf der gesamten Wanderung war immer der Legionsadler - eine Hommage an die Römer - auf einem Schild mit dabei, das abwechselnd von den Schülerinnen getragen wurde. Sie erzeugten viel Aufmerksamkeit und erhielten sehr viel positiven Zuspruch von Personen, denen sie auf ihrer Alpenüberquerung begegneten. Nicht selten war ein "Chapeau!" oder "Toll, weiter so!" zu hören.
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