In St. Michael prägt die Passionsgeschichte die Feier zum Karfreitag
Abendmahl und Leidensweg Jesu

"Reicht einander die Hände als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus", sagte Pfarrerin Stefanie Endruweit nach dem Abendmahl in der Kirche St. Michael. Bild: sbü

Während in den katholischen Kirchen der Kreuzweg im Mittelpunkt der Karfreitagsgottesdienste stand, gingen die evangelischen Christen an diesem Tag zum Abendmahl. Dennoch bestimmte auch in St. Michael die Passionsgeschichte die Feier.

Der Abendmahlsgottesdienst am Karfreitag war erster Höhepunkt der österlichen Feiern der evangelischen Gemeinde St. Michael. Pfarrerin Stefanie Endruweit leitete den Gottesdienst. Als sie den Tod Jesu verkündete, löschte sie die Osterkerze und es begann eine langanhaltende Stille im großen Kirchenraum. Mit dieser Zeit des Schweigens war dann auch der Gottesdienst beendet. Abgeschlossen war damit, was die Pfarrerin zu Beginn als ersten Satz formulierte "wir gehen den Weg der Passion zu Ende". In sechs Lesungen wurde vorher im Gottesdienst dieser Weg der Passion dargestellt. "Plan des Judas", "letztes Abendmahl", "Gefangennahme und Verhandlung", "Verleugnung und Todesbeschluss", "Verhandlung und Freilassung Barabbas" und "Kreuzigung", lauteten deren Überschriften. Die Texte der Lesungen waren so formuliert, dass sich die meisten Menschen der heutigen Zeit darin wiedererkennen konnten.

Zu den im Garten Gezemaneh eingeschlafenen Jüngern sagte der Text "der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach ". Auch die Szene, als Petrus trotz vorheriger Treuebekenntnisse Jesus dreimal verleugnete, besitzt für menschliches Verhalten immer noch große Aussagekraft. Ebenso wohl seine anschließende Reue "als der Hahn krähte". Vielleicht erkannte sich mancher in der Beschreibung Jesu "äußerlich stark und gütig, aber innerlich zerrissen vor Angst. Doch Jesus hält an Gott fest". In ihrer Meditation zu Psalm 22 stellte Pfarrerin Endruweit dazu fest: "Vertrauen in Gott, wie schwer uns das oft fällt. Aber er hält seine Hand über dich".

Mit bekannten Melodien - wie zum Beispiel "Oh Haupt voll Blut und Wunden" - fügte Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser den Passionstexten das entsprechende musikalische Stimmungsbild hinzu. Der von ihm geleitete Chor sang Lieder aus dem Liederheft "Kommt atmet auf". Passende Texte zur Passion trugen Überschriften wie "Fürwahr, er trug unsere Krankheit" oder "Bleibt hier und wachet mit mir". Die an alle Besucher verteilte Textsammlung lieferte den Leitsatz für den gesamten Karfreitagsgottesdienst "Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha".
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