In welchen Stadtteilen leben eigentlich mehr Herren als Damen?
Frauen für den Fichtenbühl

Symbolbild: dpa

Weiblich, ledig sucht ... am besten im Fichtenbühl. Oder gleich rund um Muglhof. Weiden-Land und der Fichtenbühl sind die einzigen Stadtteile, in denen mehr Männer als Frauen wohnen. Nachzulesen ist das auf der statistischen Homepage der Stadt. Dort findet sich nicht nur nützliches Wissen für die Damenwelt, sondern noch viel mehr Interessantes.

Weiden ist weiblich. Ende vergangenen Jahres hatten 23 175 Frauen ihren Erst- oder Zweitwohnsitz in der Stadt gemeldet, gegenüber 21 578 Männern. Das ergibt insgesamt 44 753 Einwohner und ein Verhältnis von rund 51,8 zu 48,2 Prozent für das schöne Geschlecht. In manchen Stadtteilen, Männer aufgemerkt, ist der Frauenvorsprung besonders ausgeprägt: in Weiden-Ost I mit knapp 54 Prozent, im Lerchenfeld (53,7) oder im Rehbühl (52,9). Aber es geht auch andersherum, allerdings knapp: Im Fichtenbühl leben neben 624 Männern nur 599 Frauen. In Weiden-Land steht es 124 zu 120 für die Männer.



Die Daten dazu finden sich auf www.weiden.info. Auf der Seite hat die Stadt unter dem Titel "Weiden in Zahlen" Statistiken aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammengetragen. Wer wissen will, wie viele Kurse das Maria-Seltmann-Haus im Lauf der Jahre gehabt hat, wird hier ebenso fündig wie Leute, die sich in ihrem Leid nicht alleine fühlen wollen: Die Anzahl der jährlich verteilten Strafzettel gibt es nämlich auch. Hier folgt - nach dem Blick auf die Zahl der Mitglieder in den Weidener Vereinen (nachzulesen unter www.onetz.de/1689133) - der zweite Teil dieser Serie in losen Folgen, bei der wir noch ein paar dieser Zahlen in den kommenden Wochen aufgreifen werden.

Wo sind die Singles?


Wobei die meisten der Anfragen zur Homepage die Bevölkerungsdaten betreffen, wie Alois Kopp, bei der Stadt zuständig für die Kommunalstatistik, berichtet. Kein Wunder, schließlich kann hier auch jeder zum Beispiel nachschlagen, wie viele seiner Nachbarn verheiratet sind. Wobei es dabei vor Ort große Unterschiede gibt. Während im gesamten Stadtgebiet rund 41,5 Prozent eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingegangen sind, liegt der Anteil in Neunkirchen (mit Frauenricht, Latsch, Halmesricht und Wiesendorf) bei knapp 51,7 Prozent. 50 Prozent sind es in Weiden-Land.

Außerdem ist hier auch der Anteil der Geschiedenen viel niedriger als der städtische Durchschnitt von 9,2 Prozent: In Neunkirchen sind es 4,5 Prozent, in Weiden-Land 5,3. Die Gegenstücke dazu finden sich im städtischen Kerngebiet. In der Scheibe wohnen nur knapp 30 Prozent Verheiratete, in der Altstadt sind es 33,6, in der Stockerhut 33,9.

Mag sein, dass in ländlicheren Gebieten alte Werte noch mehr zählen. Aber das allein als Erklärung reicht nicht. Der hohe Anteil an Unverheirateten in Altstadt und Scheibe ist für Baudezernent Hansjörg Bohm schon deshalb "völlig logisch, weil es hier viele Mietwohnungen, viele Appartements gibt". Einfamilienhäuser seien rar. In Neunkirchen dagegen, aber auch am Rehbühl oder in Weiden-Ost, stehen viele Einfamilienhäuser aus den 60er und 70er Jahren. Die Paare, die damals bauten und noch heute darin wohnen, stammen aus einer Generation, für die Scheidungen nicht der Normalfall sind.

Aus demselben Grund lässt sich laut Bohm womöglich auch erklären, warum in diesen drei Stadtteilen auch der Anteil der über 64-Jährigen am höchsten ist. Während er im gesamten Stadtgebiet bei 21,8 Prozent (9747 Personen) liegt, sind es im Rehbühl 25,2 Prozent, in Weiden-Ost I 24,5 und in Neunkirchen 24,7. Allerdings belegt Neunkirchen auch auf der anderen Seite der Skala einen Spitzenplatz: mit 16,8 Prozent Einwohnern unter 18 Jahren. Noch mehr gibt es nur in der Mooslohe (17 Prozent). In ganz Weiden macht diese Gruppe übrigens 14,7 Prozent aus (6562 Personen).

"Vermutlich Zufall"


Bleibt nur noch die Frage nach dem Männerüberschuss in zwei Stadtteilen. Den kann sich allerdings auch Bohm nicht so wirklich erklären. "Vermutlich Zufall." Wobei, eine These zum Fichtenbühl hat er dann doch noch - vorgetragen mit einem Schmunzeln: Männer sollen ja eher schwerhörig werden. Vielleicht habe ihnen deshalb der Lärm von der A93 und der Bahn weniger ausgemacht. Das würde aber umgekehrt bedeuten, dass nach den Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn der Stadtteil jetzt auch wieder Frauen viel zu bieten habe. "Und dann reden wir in fünf Jahren von der schönen Fichtenbühlerin."
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