Infostand am Oberen Markt: Landwirte beklagen zu niedrige Preise – Mehr auf Regionalität achten
„Können von Lebensmitteln nicht leben“

Produkte gut, Preise nicht: Das beklagte der Bauernverband bei einem Infostand am Oberen Markt. Unter anderem mit dabei: Kreisbäuerin Christa Kick und Kreisobmann Josef Fütterer (Dritte und Fünfter von links). Bild: ggö

Von ihren Produkten sind sie überzeugt. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack: "Wir haben beste, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Aber die Landwirte können nicht davon leben", sagt Hans Winter, Chef Geschäftsstelle Weiden des Bauernverbands (BBV). Am Mittwoch steht er deshalb vor einem Tisch am Oberen Markt, auf dem Joghurt, Käse, Milch und andere Lebensmittel liegen. Dahinter eine Schautafel, die zeigen soll, was sich in der Regel damit verdienen lässt. Von 200 Gramm Kotelett etwa gingen nur 26 Cent an die Bauern. 1 Kilo Mischbrot: 14 Cent. Eine Kartoffel? 2 Cent.

Mit dem Infostand wollen die BBV-Kreisverbände Weiden/Neustadt und Tirschenreuth zeigen, dass die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse derzeit zu niedrig seien. Vor allem kleine Landwirtschaften seien dadurch in ihrer Existenz gefährdet, sagt Winter. Und genau die stellten die Mehrzahl der Höfe in der Region.

Dabei macht sich das Dutzend BBV-Vertreter keine Illusionen: Mit einer Aktion wie dieser lassen sich Großmarktpreise kaum ändern. Es sei aber wichtig, den Verbrauchern das Problem bewusst zu machen, erklärt der Tirschenreuther Kreisobmann Ely Eibisch. "Regionalität sollte mehr im Fokus sein." Denn im Grunde, ergänzt der Chef der Tirschenreuther Geschäftsstelle, Ulrich Härtl, seien die Menschen bereit, angemessen für Lebensmittel zu zahlen. Dass das kein reines Wunschdenken ist, zeigt der Weidener Markt wenige Meter entfernt. Dort verkaufen Landwirte ihre Produkte direkt. Eine Lösung für alle Bauern wird das nicht sein. Aber zumindest eine im kleinen, ganz ohne Nebengeschmack.
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