Initiative „Pro Ausbildung“ wirbt verstärkt für dieses Berufsmodell – Interview mit Jürgen ...
Erfolgsfaktor duale Ausbildung

Ein Schneider bei der Arbeit: Mit Handwerksberufen stehen heute alle Bildungswege offen. Bild: dpa

Der demografische Wandel hält die Region auf Trab. Immer weniger junge Leute bedeuten immer weniger Fachkräfte für die Unternehmen. Die Initiative „Pro Ausbildung“, im Jahr 2007 gegründet, hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, dieses Problem vehement zu bekämpfen. Wir haben uns mit Vorsitzendem Jürgen Spickenreuther darüber unterhalten, was zu tun ist.

Der demografische Wandel hält die Region auf Trab. Immer weniger junge Leute bedeuten immer weniger Fachkräfte für die Unternehmen. Die Initiative „Pro Ausbildung“, im Jahr 2007 gegründet, hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, dieses Problem vehement zu bekämpfen. Wir haben uns mit Vorsitzendem Jürgen Spickenreuther darüber unterhalten, was zu tun ist.
Herr Spickenreuther, der Mangel an Ausbildungsplätzen in der Region war ein Grund für die Gründung der Initiative „Pro Ausbildung“. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet – und die Unternehmen suchen teilweise händeringend nach Lehrlingen. Was hat sich dadurch an der Arbeit der Initiative „Pro Ausbildung“ verändert?
Spickenreuther:
Wir müssen für die duale Ausbildung werben. Diese ist ein Erfolgs- und Standortfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Kennzeichnend für das duale Berufsausbildungssystem ist die hervorragende praktische als auch theoriefundierte Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Ziel war es in den ersten Jahren, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz oder zumindest eine Qualifizierung anbieten zu können. Jetzt gilt es im Sinne der Fachkräftesicherung umso mehr, kein Potenzial und Talent zu übersehen und für eine duale Ausbildung zu gewinnen. Früher war das Ziel unserer Initiative, Betriebe „Pro zusätzlichen Ausbildungsplatz“ zu motivieren. Heute und die nächsten Jahre ist es Ziel, „Pro duale Ausbildung“ anzuhalten.

Was können die Betriebe konkret unternehmen, um für ihre Ausbildungsberufe zu werben und letztlich künftige Schulabgänger auf sich aufmerksam zu machen?
Spickenreuther:
Sie können zum Beispiel auf Schulen zugehen. Viele Mittelschulen suchen Kooperationspartner in der Wirtschaft. Darüberhinaus können die Unternehmen Eltern und Jugendlichen betriebliche Praxis- und Erkundungstage anbieten. Teilweise existieren noch überholte, veraltete Vorstellungen von einem Ausbildungsberuf. Eine Ausbildung und ein Ausbildungsberuf haben vor 15, 20 Jahren ganz anders ausgesehen.

Mit einem Handwerksberuf stehen heute alle Bildungswege offen. Und ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren keinen ausgebildeten Handwerker arbeitslos sehen werden.
Der Lebensarbeitsverdienst steigt dazu kontinuierlich an. Es wird sich das alte Sprichwort vom Handwerk mit dem goldenen Boden bewahrheiten.

Wie kann die Ausbildungsmesse 2015 dazu beitragen?
Spickenreuther:
Durch die unmittelbare Nähe zur betrieblichen Praxis bietet die duale Berufsausbildung Jugendlichen gute Voraussetzungen für den Übergang ins Arbeitsleben und über die berufliche Aufstiegsfortbildung vielfältige Karriere- und Entwicklungschancen. Am besten sprechen Ausbilder direkt mit Schulabgängern und Eltern. Das ist bei der Ausbildungsmesse möglich.

In welcher Form ist die Initiative „Pro Ausbildung“ auf der Ausbildungsmesse vertreten?
Spickenreuther:
Wir sind unter dem Dach des Wirtschaftsclubs mit einem Stand präsent.

Die Initiative „Pro Ausbildung“ gibt es nun seit acht Jahren. Was konnte man in dieser Zeit bewirken und verändern?
Spickenreuther:
Zu Beginn verhalfen wir nachweislich über 80 Schulabgängern zu einem zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplatz. Wir haben das Engagement von Ausbildungsbetrieben durch Auszeichnungen und Veranstaltungen anerkannt und zur Ausbildungsfreundlichkeit beigetragen.
Zudem unterstützen wir spezielle BerufsorientierungsMaßnahmen an Schulen. So haben wir den cnc-Unterricht mit der Anschaffung von cnc-Fräsmaschinen praxisnäher erleben lassen.

Gibt es derzeit ein spezielles Projekt, das die Initiative „Pro Ausbildung“ verwirklichen will?
Spickenreuther:
Wir versuchen einzelne Talente zu fördern, die entweder noch nicht bereit sind gefördert werden zu wollen oder eine sehr intensive, individuelle Begleitung benötigen. Wir verlieren immer noch viel zu viele junge Menschen mit bisher schwierigen Lebensverhältnissen.