Jagdgenossenschaft zieht mit neuen Pächtern Bilanz des ersten Jahres
Wildschweine kommen nach Weiden

So niedlich die Wildschweine als Frischlinge auch sind – in der Landwirtschaft können sie großen Schaden anrichten. Eine Bejagung ist unerlässlich. (Foto: Thomas Schaller)
Weiden in der Oberpfalz: Gasthof Dagner |

Das Schwarzwild dringt immer weiter vor und macht auch vor den Stadtgrenzen von Weiden nicht Halt. In der Jahresmitgliederversammlung der Jagdgenossenschaft in der Gaststätte Dagner bestätigten die neuen Pächter der Weidener Reviere, dass die überall zu beobachtende Vermehrung der Sauenbestände auch auf unsere Region zutrifft. Bei den Wildschäden hätten sich Landwirte und Jäger aber immer gütlich geeinigt, hatte Jagdvorsteher Alois Lukas in seinem Bericht notiert.

Für den verhinderten Jagdvorsteher trug Stellvertreter Walter Market den Jahresbericht vor. Er erinnerte an die aufwendigen und letztendlich erfolgreichen Bemühungen, die drei Weidener Jagdbögen ab April dieses Jahres neu zu verpachten. Schriftführer Hans Dittrich legte das Protokoll der zurückliegenden Jahresmitgliederversammlung vor. Stadtförster Wolfgang Winter bescheinigte in seiner Eigenschaft als Kassenprüfer Karl Grünbauer perfekte Buchführung.

Flächen für Hase und Fasan


Der Jagdberater der Stadt Weiden, Herbert Burger, erklärte, dass das Niederwild wie Hase und Fasan weiter zurückgehe. Er appellierte an Jäger und Grundeigentümer, geeignete Flächen als Äsungs- und Deckungsangebot zu melden. Dafür gebe es Förderungen. Die Sorge um das Niederwild habe heuer auch den Landesjägertag in Weiden bestimmt, rief Burger ins Gedächtnis. Auch der Jagdberater erkannte in der stark wachsenden Schwarzwildpopulation ein dringendes Problem. In einem Modellversuch sei es um die Frage gegangen, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte. Von den Empfehlungen aus diesem Versuch habe das bayerische Landwirtschaftsministerium einige übernommen, unter anderem die Erlaubnis, auf den Jagdwaffen Schalldämpfer zu verwenden. Nachtzielgeräte würden aber weiterhin nicht freigegeben, meinte Burger.

Pachtauszahlungen gesenkt


Nach der Schließung des Weidener Schlachthofes müssten die Jäger mit der Radiocäsium-Messung des Wildbrets auf die Untersuchungsstellen im Landkreis ausweichen, erklärte der Jagdberater. Das aktuelle Vegetationsgutachten habe die Entspannung beim Verbiss durch Rehwild bestätigt. Lediglich in der Hegegemeinschaft Floß, zu der eines der Weidener Reviere gehört, sei die Verbissbelastung in den zurückliegenden drei Jahren angestiegen. So seien hier die Bejagungszahlen zu erhöhen.

Kassenverwalter Grünbauer schlug im Namen der Vorstandschaft vor, nicht mehr so viel vom Reinerlös der Jagdverpachtung auszuzahlen, weil auch die Einnahmen gesunken seien. Die rund 30 anwesenden Grundstückseigentümer waren einstimmig dafür. Stellvertretender Jagdvorsteher Market dankte den Pächtern für das von ihnen gestiftete Rehessen.
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