Jahresrückblick 2015
Leute

Zwei Gewinner für die Gesellschaft: Anja Roith und Michael Sporrer. Bild: ü
 
Ein Kracher: Die Lederhose in der Jörg Biegler (links) mit Edmund Wachenbrunner-Biegler (rechts) vor Standesbeamten Martin Graser trat. Bild: stg
Gewinner des JahresEs fällt schwer, den Gewinner 2015 zu benennen. Immer wieder fallen einem aber zwei Namen ein, gegen die es keine Einwände geben kann: Michael Sporrer und Anja Roith . Er arbeitet seit 15 Jahren für den Verein "Hilfe für Anja" und damit für schwerstkranke Menschen, die ihre Hoffnung auf eine Knochenmarkspende setzen. Das Jubiläumsjahr nutzte Sporrer nicht, sich feiern zu lassen. Sein Verein typisierte über 7000 potenzielle Knochenmarkspender. In 15 Jahren zählte der Verein 42 510 Typisierte, 380 von ihnen retteten tatsächlich durch eine Knochenmarkspende ein Leben.

Für die damals vierjährige Anja begann der Verein die Arbeit, über Jahre lieh sie ihm den Namen. Seit etwa zwei Jahren wird die hübsche junge Frau immer mehr auch zum Gesicht des Vereins. Eine Knochenmarkspende half ihr, die Krankheit zu überwinden, sie gilt als geheilt. Mit ihrem Lächeln zeigt sie, welches Glück sich mit einer Knochenmarkspende verschenken lässt. Könnte es eine bessere Werbung geben?

Verlierer des Jahres

Hier wird es noch schwerer: Soll man die US-Luftwaffe zum Verlierer des Jahres ausrufen, hat sich doch bei Kirchenthumbach ein 25-Millionen-Euro-Flugzeug verloren? Oder ist Kastls CSU-Vorsitzender der Favorit? Hans Walter hat den Sport für sich entdeckt und in den letzten Monaten bereits 12 Kilogramm Fett verloren.

Verein des Jahres

Für diesen Titel gibt es zwei Bewerber: Im November gründete sich im Städtedreieck der Verein Generationen Hand in Hand. Er soll funktionieren wie eine Bank für Alltagshilfe: Wer heute andern hilft, kann einmal selbst Hilfe in Anspruch nehmen, wenn er sie braucht. Ab 4. Januar nimmt der Verein mit derzeit 90 Mitgliedern die Arbeit auf, sagt Organisatorin Elisabeth Gottsche.

Der andere Kandidat ist mitten im Geschäft: Der Verein für Artenschutz und Landschaftspflege sitzt in Erbendorf und ist seit diesem Jahr bayernweit als Umweltschutzverein anerkannt. Vorsitzender Johannes Bradtka und seine Mitstreiter sind damit dem Bund Naturschutz gleichgestellt und mischen bayernweit mit, wenn sie Natur und Landschaft in Gefahr sehen.

Autofahrer des Jahres

Hier kann es nur einen geben: Helmut Diesner machte mit seinem Opel die Million voll. 21 Jahre ist der Astra 1.7 alt, 17 Jahre ist Diesner mit ihm unterwegs. In dieser Zeit hat er selbst rund 900 000 Kilometer auf den Tacho gefahren. Als im September das "Nullen" anstand, überließ Diesner nichts dem Zufall. Vorübergehend stieg der Außendienstmitarbeiter sogar aufs Auto der Tochter um, die Million sollten unbedingt pünktlich zur Feier mit den Freunden in der Stammkneipe, der Zoiglstube am Kemnather Stadtplatz, voll werden.

Die Neuen des Jahres

Neuer Leiter im SOS-Kinderdorf Oberpfalz ist seit Holger Hassel . Er löste Alfred Schuster ab, der sich in den Ruhestand verabschiedete. Neu besetzt sind auch die evangelischen Pfarrstellen in Erbendorf und Krummennaab. In der Steinwaldstadt beendet Pfarrer Christoph Zeh die Vakanz. Zeitgleich übernahm Nadine Schneider in Krummennaab. Nachdem das Pfarrerehepaar Klaus und Gertrud Göpfert sich im Sommer 2014 verabschiedet hatte, waren beide Stellen verwaist. Endgültig vorbei ist es mit der Vakanz auch in der evangelischen Gemeinde Grafenwöhr-Pressath. Pfarrer André Fischer ist dort schon länger tätig. Nun hat er die Stelle fest übernommen. In Immenreuth folgt Pfarrvikar Dr. Justin Kamwanya Kishimbe auf Dr. Jacob Kudilumgal .

Outfit des Jahres

Eine eingetragene Partnerschaft ist keine Sensation mehr - nicht einmal in der ländlichen Oberpfalz. Die Hochzeit von Jörg Biegler und Edmund Wachenbrunner-Biegler hat in einem Jahresrückblick deshalb auch nichts verloren - auch wenn sie die erste Männer-Ehe überhaupt im Kemnather Standesamt schlossen. Dass die beiden hier auftauchen, liegt auch eher an der Wahl des Hochzeitsanzugs: Die krachend rote Krachlederne, die Biegler vor Standesbeamten Martin Graser trug, ist eindeutig das Outfit 2015.

Landwirt des Jahres

Josef Schmidt steht lieber im Wald als im Rampenlicht. Und doch häufen sich für den Biolandwirt die Pressetermine. Viele Experten glauben, dass der Bauer von der Grenzmühle bei Erbendorf zeigt, wie die Zukunft der Landwirtschaft aussehen könnte. Ein Modellversuch macht den 32-Jährigen zum einzigen Mohnbauern Bayerns. Mit dem roten Höhenvieh brachte er eine alte Rinderrasse zurück in die Oberpfalz. Dafür sammelte er Auszeichnungen. Unter anderem ist er Träger des "Goldenen Regenwurms" und Finalist beim Bundeswettbewerb ökologischer Landbau 2016 - und jetzt auch noch Landwirt des Jahres beim "Neuen Tag"...
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