Johanniter finden Grundstück
Neue Kinderkrippe neben Hammerwegschule

Symbolbild: dpa

Das Bundesarbeitsgericht hat mit seinem Urteil die Rechte der Eltern gestärkt: Ab sofort haben sie Anspruch auf Schadenersatz, wenn sie mangels Krippenplatz für ihr Kind ab einem Jahr nicht arbeiten können. Da aktuell in Weiden 62 Betreuungsplätze für Knirpse fehlen, steht fest: Die Stadt muss handeln.

Und es tut sich etwas. Die lange Suche der Johanniter-Unfall-Hilfe nach einem geeigneten Grundstück für den Bau einer neuen dreigruppigen Krippe für 36 Kinder ist beendet. Erfolgreich.

Keine Angst vor Klagewelle


Der Neubau wird am Hammerweg entstehen - und zwar unter anderem auf einer Teilfläche des Grundstücks der Hammerwegschule, das der Sozialverband von der Stadt erwerben will. Das verlautbarte in der Sitzung des Finanzausschusses. Öffentlich bekanntgeben will die Stadtverwaltung den Grundstückskauf erst in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Er tagt am Mittwoch, 9. November.

Rückblick: Die Entwicklung bei den Krippenplätzen hat die Stadt nach eigenen Angaben im Januar überrascht. Damals zeigte sich, dass die 169 Krippenplätze für 178 Kinder nicht mehr ausreichen werden. Überstieg die Zahl der Anmeldungen die der verfügbaren Plätze doch plötzlich um 56 für September 2016. Und der Mangel sollte noch größer werden. Allerdings verändern sich die Zahlen auf den Wartelisten laut Auskunft des Jugendamts ständig.

Angst vor einer Klagewelle nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts überkommt die Stadt aber nicht. "Wir hegen keine Befürchtungen", erklärt Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann. Aktuell jedenfalls seien bei der Stadt keine Klagen anhängig, ja gar noch nie anhängig gewesen. Und es tue sich ja etwas, um einem Betreuungsnotstand vorzubeugen.

1,35-Millionen-Euro-Bau


Der Krippenneubau der Johanniter am Hammerweg etwa. Um entsprechende Fördergelder abschöpfen zu können, muss die neue Einrichtung (Kostenpunkt ohne Grundstückserwerb: knapp 1,35 Millionen Euro) bis zum 31. Dezember 2017 in Betrieb gehen. Gleiches gilt für die Aufstockung der privaten Kinderkrippe Schneckenhaus, ebenfalls am Hammerweg gelegen, wodurch eine zusätzliche Gruppe für 12 Kinder entstehen wird. Die AWO baut eine Kindergartengruppe im Spatzennest zu einer Krippengruppe um. Die ersten Knirpse sollen dort noch heuer einen Betreuungsplatz finden.

Offen bleibt nach wie vor, inwiefern durch entsprechende Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen im städtischen Kinderhaus Tohuwabohu die dort geschlossene zweite Krippengruppe wiedereröffnen kann. Hubmann dazu: "Eine Entscheidung hierzu hat der Stadtrat vertragt."

KindergartenAuch der Bedarf an Betreuungsplätzen für über Dreijährige steigt. "Auf Dauer fehlen Plätze", stellt die Verwaltung fest - und nennt Gründe.

Unter anderem den nicht planbaren Zugang an Flüchtlingen oder den Zuzug von Familien. Der wichtigste: Die Geburtenrate steigt. Jährlich kommen etwa 340 Babys von Weidener Eltern zur Welt. Wird diese Geburtenrate als Durchschnitt genommen, um den Platzbedarf nach einen bayernweit üblichen Faktor in Höhe von 3,5 zu berechnen, bräuchte es 1190 Plätze. 1125 gibt es nur.

Damit klafft ein rechnerisches Loch von 65 - ohne die Belegung der Plätze durch US-Amerikaner zu berücksichtigen. Das Fazit der Stadtverwaltung im Vorlagebericht zum Jugendhilfeausschuss fällt deshalb klar aus: "Unserer Schätzungen zufolge fehlen drei Kindergartengruppen à 25 Plätze."

Was rät sie also den Ausschussmitgliedern, die am Mittwoch, 9. November, tagen? "Träger, die in Weiden bereits eine Kindertagesstätte betreiben, werden gebeten, weitere Gruppen zu schaffen." (mte)
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