Jubiläumskonzert für "Interreligiösen Gesprächskreis"
Gemeinsam für den Frieden

Ein fantastisches Konzert boten Pablo Quintanilla (links) und Roman Yuispey den Zuhörern in der Max-Reger-Halle.

Der "Interreligiöse Gesprächskreis" steht für versöhnliche Töne, gerade in schweren Zeiten. Zu seinem Jubiläum spendiert er ungewöhnliche Klänge.

(hcz) Mit einem Konzert zweier junger Künstler feierte der "Interreligiöse Gesprächskreis" sein 15-jähriges Bestehen. Pablo Quintanilla entlockte seiner Violine wunderbare Töne, und Roman Yuispey machte sein Akkordeon zu einem ganzen Orchester. Diese seltene Kombination zweier Instrumente sorgte für frenetischen Applaus der Gäste im vollständig gefüllten Gustav-von-Schlör-Saal.

Stadtpfarrer Gerhard Pausch erinnerte an die Entstehung des Gesprächskreises im Herbst 2001 in der Folge der Anschläge auf das World Trade Center. Gemeinsames Beten um Frieden stand damals im Mittelpunkt. Zudem der Wunsch, sich gegenseitig kennenzulernen. Am 7. November 2001 habe es im Betsaal von St. Michael das erste Treffen gegeben. Seiher komme man etwa alle zwei Monate zum Austausch zusammen. Leonid Shaulov, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, stellte fest, dass die christlich-jüdische Zusammenarbeit Früchte getragen habe. Treffen, gemeinsame Aktivitäten, beliebte Kalender habe es gegeben. Und die Krönung seien "freundliche Verhältnisse, was heutzutage besonders wichtig" sei. Shaulov hoffte, das Konzert, das der Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützte, werde allen ein Stück gute Laune vor den bald kommenden Chanukka- und Weihnachtstagen schenken.

Und das tat es auch. Eine "Reise durch Barock und Neoklassizistik" bot Werke von Johann Sebastian Bach, Ernest Bloch und Antonio Vivaldi. Der aus Madrid stammende Quintanilla, der in Düsseldorf studiert, gab zu den Stücken und Komponisten interessante Erklärungen. Vivaldis "Der Sommer" entführte durch das meisterliche Violinspiel des 26-Jährigen in eine andere, fantastische Welt. Bedächtig und lieblich hörte sich Alfred Schnittkes Pastorale und Pantomime aus der "Suite im Alten Stil" an. Wechselnde Tempi beeindruckten bei vier "Canciones populares espaniolas" von Manuel Maria de Falla.

"Hebräische Melodie"


Nach der Pause kam bekannte jüdische Musik zu Gehör. Yuispey, ein ukrainischer Student aus Köln, entlockte seinem Akkordeon selten gehörte Töne. Die "Hebräische Melodie" von Joseph Achron sowie die traditionellen Lieder "Jiddische Hora" und "Klezmer-Suite" ernteten stürmischen Applaus, ebenso wie das folgende "Summertime" aus der Oper "Porgy and Bess". Nach weiteren neuzeitlichen Kompositionen schlossen die Musiker nach fast zweieinhalb erfrischenden Stunden mit den Zugaben "La Cumparsita" und dem aus "Der Duft der Frauen" bekannten "Por una Cabeza".
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