Jugendring: Stadt braucht endlich einen Plan
"Dringender Appell" nach Jugendhilfeplanung

An Krippenplätzen - wie hier im "Tohuwabohu" - mangelt es in Weiden. Das ist unstrittig. Ein neuer Jugendhilfeplan für Weiden könnte jedoch nicht nur diesen Bedarf untermauern. Archivbild: Götz

Sie habe sich ja schon immer gefragt: "Warum gibt es in Weiden keine Jugendhilfeplanung?" Das bekennt Bärbel Otto, seit drei Jahren Jugendamtsleiterin der Stadt. Eine mögliche, dann aber doch wenig befriedigende Antwort liefert SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter: "Da hat man etwas geschlampt."

Den Finger in die Wunde legte die Naturfreunde-Jugend. Auf ihren Antrag hin richtet die Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) am Donnerstagabend einen "dringenden Appell an die Stadtverwaltung": Sie soll "ihren gesetzlichen Verpflichtungen aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz nachkommen und eine aktuelle Jugendhilfeplanung und einen zukunftsweisenden Jugendhilfeplan (zunächst einen Teilplan Jugendarbeit) erarbeiten". Die letzte Bestandsaufnahme zu Kinderzahlen, Erfordernisse der Jugendarbeit und die personelle Ausstattung sei vor über zehn Jahren erfolgt.

"Markt ist leergefegt"


"Das wäre für Weiden dringend nötig", stimmt SJR-Vorsitzender Tobias Reichelt zu. Die Jugendgruppe um Theresa Weidhas "rennt bei uns offene Türen ein". Und auch bei Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, wie er unumwunden bestätigt: "Der Antrag ist völlig richtig." Allerdings fehle der Stadtverwaltung das Personal, um den Jugendhilfeplan zu erstellen. "Wir kriegen einfach keine Sozialpädagogen. Der Markt ist leergefegt."

Bereits seit 2015 sei die erforderliche Stelle ausgeschrieben, präzisiert Jugendamtsleiterin Otto. Ein passender Bewerber habe sich noch nicht gefunden - "und jeden können wir für diese Aufgabe auch nicht nehmen". Inzwischen denke man dennoch darüber nach, das Anforderungsprofil weniger eng zu fassen: Es muss wohl nicht mehr unbedingt ein Sozialpädagoge sein.

Erst Kindertagesbetreuung


Die Hoffnungen der Antragssteller dämpft sie dennoch. So sei es längst nicht gewiss, dass die Jugendarbeit beim Ausarbeiten des Jugendhilfeplans an erster Stelle stehen werde. Vorrangig sei in der Regel die Kindertagesbetreuung. "Auch dafür haben wir keine Planung, keine Zahlen." Den Antrag des Naturfreunde-Nachwuchses segnen die 28 Delegierten dennoch ab - einstimmig.
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