Jugendring stellt Grußwortrednern vier konkrete Fragen
Knallharte Antworten statt Lobeshymnen

Mal was anderes. Nicht das übliche Lob will der Stadtjugendring diesmal von den Grußwortrednern hören. Sondern knackige Antworten auf drängende Fragen.

Vier "zentrale Fragen" hatte Vorsitzender Tobias Reichelt den Ehrengästen im Vorfeld der Vollversammlung übermittelt. 1.: Wie unterstützen Sie den Wunsch des Stadtjugendrings, die Zuschüsse für Jugendverbände von jährlich 33 000 auf 41 000 Euro zu erhöhen? 2.: Wie stehen Sie zum Kinderbürgerfest und Vorschlägen, die dessen Ende zur Folge hätten? 3.: Wie wollen Sie Ihren Einfluss geltend machen, um die Jugendleiter-Card wieder aufzuwerten? 4.: Wie sehen Ihre Bemühungen für eine Jugendhilfeplanung aus?

Nummer eins hatte sich dabei eigentlich schon erledigt: Bei den Etatberatungen stockte der Finanzausschuss die Zuschüsse um immerhin 5000 Euro auf. Von einer notwendigen, unstrittigen Investition in die Jugend sprachen Roland Richter (SPD), Hans Blum (CSU) und Veit Wagner (Grüne) im Jugendzentrum. Eine Diskussion ums Kinderbürgerfest bezeichnete der SPD-Fraktionschef als "überflüssig", Blum als "unsinnig": "Dieser Selbstläufer wird bleiben."

Für "JuLeiCa" einsetzen


Dass unter anderem die WTW bei Vorlage der "JuLeiCa" keine Nachlässe mehr gewährt, hatte SJR-Chef Reichelt bedauert. Hier seien die Einflussmöglichkeiten der Politik jedoch begrenzt, sagte Richter. Jürgen Preisinger vom Bezirksjugendring hält die Karte für wichtig, um qualifizierte Jugendleiter zu gewinnen. Und diese hätten die Vergünstigungen auch "schwer verdient". Ähnlich äußerte sich Martin Neumann vom Kreisjugendring Neustadt. Einig waren sich die politischen Vertreter zudem, dass es eine Jugendhilfeplanung braucht. Jugendamtsleiterin Bärbel Otto erinnerte einmal mehr daran, dass die Stelle im Rathaus längst ausgeschrieben sei, nach wie vor aber keine geeigneten Bewerber in Sicht seien. Im übrigen verteidigte Otto die Empfehlung der Verwaltung, die städtischen Zuschüsse für die Verbände nicht im geforderten Ausmaß zu erhöhen. Das Geld fehle an andere Stelle. Und anderen Geldempfängern habe die generelle fünfprozentige Haushaltskürzung "richtig wehgetan".

Die Jugendarbeit aber sei's wert, fand Richter - und verwies auch auf die bewilligten 140 000 Euro für die neue Lüftung in der Juz-Disko. Für Blum ist es zudem an der Zeit, sich über das Juz generell Gedanken zu machen. "Wie soll's weitergehen? Mit einem Neubau? Einer Sanierung?" Zumindest das hauptamtliche Team hat sich konsolidiert. Reichelt erinnerte daran, dass der Grundlagenvertrag seit einem Jahr in Kraft und die vierte Stelle besetzt ist. Fazit: "Die Bilanz ist sehr positiv." Der Haushaltsentwurf für 2017, den Geschäftsführer Ewald Zenger erläuterte, hat ein Volumen von 433 000 Euro. Die 40 Delegierten votierten einstimmig dafür, die Zuschüsse im vom Stadtrat bewilligten Maß von 5000 Euro zu erhöhen.

Richter "überrascht"


Lob, Dank und Anerkennung waren natürlich nicht ganz zu vermeiden, trotz des Fragen-Kniffs. So bescheinigte SPD-Mann Richter dem Jugendring "großartige Arbeit trotz heftiger Auseinandersetzungen" (mit der Stadt wegen der vierten Stelle). Die ungewöhnliche Grußwort-Aktion bezog er da aber wohl eher nicht mit ein. Die, bekannte Richter, "hat mich doch sehr überrascht".

NachwahlDem SJR-Vorstand gehört neuerdings Johannes Dendorfer (Schützenjugend Mitterhöll) an. Die Delegierten hievten ihn einstimmig ins Beisitzer-Amt. Sein Vorgänger Fabian Hohlrüther (Feuerwehrjugend) hatte sich aus beruflichen Gründen zurückgezogen. SJR-Chef Reichelt dankte ihm für sein Engagement. (rg)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.