Jugendsozialarbeit an Weidener Schulen kontinuierlich ausgebaut
Nur noch zwei Grundschulen unversorgt

Der Stock hat längst ausgedient, pädagogische Hilfe ist gefragt. Deshalb wurde die Jugendsozialarbeit an den Weidener Schulen seit 1997 kontinuierlich ausgebaut. Archivbild: Huber

Auch wenn die Förderung von staatlicher Seite nicht immer gegeben war: Der Jugendhilfeausschuss hat sich stets konsequent für den Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) ausgesprochen und dies auch dem Stadtrat nahegelegt. Erfolgreich. Denn mit der Rehbühl- und der Hans-Sauer-Grundschule sollen 2017 fast alle Weidener Grundschulen mit Sozialarbeitern versorgt sein. Als Ausnahmen verbleiben dann nur noch die Hans-Schelter- und die Clausnitzer-Schule.

Für die Hans-Schelter-Schule ist bereits ein entsprechender Antrag angekündigt. Die Clausnitzer-Schule erfüllt die Voraussetzungen für eine Förderung nicht. Demnach muss der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund dauerhaft mindestens 20 Prozent betragen. Heute wird sich der Ausschuss für Jugendhilfe und soziale Fragen erneut mit der Thematik befassen.

Die Max-Reger-Mittelschule machte 1997 den Einstieg in die JaS. Was allerdings bedeutet, dass die Schüler dort besonders problembehaftet waren. Insgesamt stellt sich die Situation im gesamten Stadtgebiet alles andere als rosig dar. Denn von den knapp 5000 Kindern und Jugendlichen in Weiden unter 15 Jahren leben rund 20 Prozent von Grundsicherung bzw. in Bedarfsgemeinschaften, sind also von Armut betroffen. Im Alter zwischen 7 und 15 Jahren sind laut Jugendamt außerdem 71 Kinder von Flüchtlingen schulpflichtig, und die haben einen besonders hohen Förderbedarf.

Förderprogramm seit 2002


Die weiteren Ausbaustufen: 1998 wurde die Schulsozialarbeit am Sonderpädagogischen Förderzentrum Stötznerschule eingeführt. 2002 startete dann das Förderprogramm Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS). Bis es an der Europa-Berufsschule und der Pestalozzi-Mittelschule umgesetzt wurde, vergingen jedoch sieben Jahre. Schneller erfolgte die Umsetzung an den Grundschulen, nachdem das Förderprogramm 2012 auf diese erweitert worden war.

2013 wurde die Stelle an der Albert-Schweitzer-Schule besetzt, 2014 folgte die Gerhardingerschule, 2016 die Hammerwegschule. Die Stelle an der Gerhardingerschule wurde nach kurzer Vakanz wegen Elternzeit inzwischen neu besetzt. Die Stelle an der Rehbühlschule wurde neu ausgeschrieben, da sich bisher noch keine geeignete Fachkraft fand.

Gescheitert ist bisher auch der Wunsch von Jugendhilfeausschuss und Jugendamt nach einem Sozialarbeiter an der Wirtschaftsschule. Zwei Mal hat das Bayerische Sozialministerium Anträge abgelehnt, die Schule in das Förderprogramm mit aufzunehmen. Ein Thema, das die Ausschussmitglieder am Mittwoch direkt mit einer Vertreterin des Ministeriums erörtern können. Die Referentin wird laut Jugendamt zum Thema "Jugendsozialarbeit an Schulen als Erfolgsmodell" sprechen.
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