KAB-Kreisverband befasst sich am Ketteler-Tag mit aktueller Politik
Angst frisst Demokratie

Ihre Themen haben über Jahrzehnte an Aktualität nichts eingebüßt. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung hatte am Wochenende doppelten Anlass zum Feiern. Bild: uz

Woher kommt die Angst in der Bevölkerung? Dieser Fragen gehen die Festredner beim KAB-Kreisverband auf den Grund - und finden interessante Antworten.

"Angst frisst Demokratie - Solidarität gegen Angst" war das beherrschende Thema beim Kettelertag des KAB-Kreisverbandes. Gleichzeitig feierte die KAB Weiden-Ost im Pfarrheim St. Josef das 40-jährige Bestehen. Die Festpredigt hielt Diözesanpräses Monsignore Thomas Schmid. Bürgermeister Lothar Höher betonte die Herausforderungen für die parlamentarische Demokratie.

Umrahmt wurde die Feier von der Instrumentalgruppe St. Johannes. KAB-Kreischef Hermann Stadler erinnerte an Bischof Freiherr Wilhelm Emmanuel von Ketteler, der sich schon als junger Priester mit sozialen Fragen befasst habe. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sei der Sozialpfarrer für gerechten Lohn, geregelte Arbeitszeiten, Sonntagsruhe und die Abschaffung der Kinderarbeit gestanden. "An Aktualität hat das nichts verloren."

Christa Burzer, seit 18 Jahren Chefin der KAB im Weidener Osten, ließ 40 Jahre Revue passieren. Gründer der Ortsgruppe war KAB-Pionier Josef Hofmeister. Bis 2012 habe Präses Wenzel Häring die Bewegung betreut. Seither tue dies Pfarrvikar Josef Mathys. Vorsitzende waren Erwin Meißner, Hans Reil, Elisabeth Kraus, Waltraud Lindner und Monika Baumgärtner. Der Ortsverein stehe für Informationsveranstaltungen, Geselligkeit und das bekannte Johannisfeuer. 2016 hätten die Gruppen St. Josef und Weiden-Ost fusioniert. Ihre KAB habe auch den Anstoß dazu gegeben, dass sich Weiden um den Titel "Fair Trade Town" bewerbe.

"Das Paradies wird es nie geben, aber eine gerechte Gesellschaft ist möglich", sagte Gastredner Höher. Viele Menschen hätten Zukunftsängste, an denen oft genug "abgehalfterte Politiker" schuld seien, "die in Talkshows über Themen reden, von denen sie keine Ahnung haben". Die Demokratie sei auch in Gefahr, weil Politiker und Verantwortungsträger öffentlich "runtergemacht" würden und sich davor fürchten.

In seiner Festansprache nannte Diözesanpräses Schmid Schnelligkeit und Grenzenlosigkeit als Auslöser von Angst. Die Geschwindigkeit der Veränderung habe seit der industriellen Revolution drastisch zugenommen. Er sprach von einer Zeit "heimatraubenden Wandels", von einem "weltweiten, globalen Wirbelsturm". Dies bringe Unsicherheit, Desorientierung und Destabilisierung mit sich.

Bündele sich diese Angst, lasse sie sich gerne anderen in die Schuhe schieben. Damit bekomme Angst ein Gesicht. Fremdes werde ausgeschlossen, das eigene Herz abgeriegelt: Beginn eines Teufelskreises. "Katholisch kennt kein Ausland." Katholisch stehe für eine Botschaft und für einen Verkündigungshorizont, der allgemein sei und für alle Menschen gelte.
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