"Kälte Grohmann" spendet 500 Euro für Malteser Projekt "Mahlzeiten Patenschaften"
Altersarmut: Ein Tabu

Marion (links) und ihr Mann Armin Grohmann (Zweiter von rechts) überreichen einen Scheck von 5000 Euro an das Malteserprojekt "Mahlzeiten Patenschaften". Malteser-Chef Dieter Landgraf (rechts) und Diözesanreferentin Alexandra Bengler (Zweite von links) freuen sich über die Unterstützung. Bild: plue

Über Armut im Alter wird wenig gesprochen in der Gesellschaft. Betroffene können sich häufig nicht einmal ein warmes Mittagessen leisten. Das Projekt "Mahlzeiten Patenschaften" hilft in der Not. Kälte Grohmann spendet 5000 Euro.

Seit fünf Jahren spendet die Firma "Kälte Grohmann" aus Irchenrieth für karitative Zwecke in der Region. Dieses Jahr unterstützen sie das Projekt "Mahlzeiten Patenschaften" der Malteser gegen Altersarmut mit 5000 Euro. "Ich lese jedes Jahr in der Zeitung und schaue, welche Institutionen Spenden benötigen", sagt Marion Grohmann . "Häufig weiß man gar nicht, welche Probleme vor der eigenen Haustür liegen", fügt ihr Mann Armin Grohmann hinzu.

"Ältere Menschen schämen sich oft, wenn es ihnen finanziell schlecht geht", erklärt Alexandra Bengler , Diözesanreferentin des Malteser Hilfsdienstes. "Häufig sind wir für ältere Menschen der einzige soziale Kontakt. Vor zehn Jahren war Altersarmut kein Thema. Erst in den letzten Jahren wird vermehrt davon gesprochen." Doch wie äußert sich eine finanzielle Schwäche, wenn Menschen sich nicht trauen, offen darüber zu sprechen? Dieter Landgraf , Dienststellenleiter der Malteser, berichtet: "Wir merken es, wenn ein Klient, der anfangs die ganze Woche für sich Essen bestellt, plötzlich weniger in Anspruch nimmt."

Das Projekt ist eine Auskoppelung aus dem Programm "Essen auf Rädern". Eine Mahlzeit kostet sechs Euro. Wenn sich eine Person das nicht leisten kann, werden die Kosten durch Spenden gedeckt. "Der einzelne Fall wird individuell gestaltet. Wir versuchen die Eigenständigkeit unserer Klienten weitestgehend zu erhalten. Gemeinsam mit ihnen ermitteln wir den Betrag, den sie zahlen können und helfen, die notwendigen Dokumente auszufüllen. Wenn jemand zwei Euro zahlen kann, wird der übrige Restbetrag durch die Spenden gedeckt", erklärt Bengler. Insgesamt benötigt die Organisation für das Projekt 60 000 Euro jährlich, um den Bedarf gerecht werden zu können.

Bengler erzählt, dass mehr Frauen als Männer von Altersarmut betroffen seien. Da Männer häufiger früher sterben, bleiben Frauen mit niedriger Rente zurück. "Wir merken bei den Leuten nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine soziale Armut. Oft sind die eigenen Kinder weit weggezogen und die Menschen haben keinen Ansprechpartner mehr, der ihnen helfen kann."
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