Kameradschaft 1897: Die Gründe für den überraschenden Führungswechsel
„Chemie hat nicht gestimmt“

Karl Heinz Klein. Bilder: rdo (2)

Er wolle jetzt "keine schmutzige Wäsche waschen", sagt Karl Heinz Klein. Aber "überrascht", das sei er schon gewesen. Bei der Hauptversammlung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins 1897 hatten ihn die Anwesenden nach neun Jahren als Vorsitzender denkbar knapp (18:19 Stimmen) abgewählt (wir berichteten). Ihn löste sein bisheriger Stellvertreter Ferdinand Sabathil ab, der bei der Versammlung als Gegenkandidat vorgeschlagen wurde. In der Folge kündigte die Schützengruppe der Kameradschaft - sie zählt etwa ein Dutzend Aktive - an, einen eigenen Verein zu gründen.

Wie Klein auf Nachfrage sagt, hätte er ja freiwillig auf das Amt verzichtet, hätte sich vorab ein anderer Kandidat gemeldet. "Weil ich nicht will, dass der Verein auseinanderbricht." So aber erklärten unmittelbar nach der Wahl schon 9 der insgesamt rund 80 Mitglieder ihren Austritt. Klein selbst wird ihnen folgen. Auch wenn er betont, er habe diese Austritte nicht gewollt und hoffe sehr, dass der Verein eine Zukunft hat.

Schon länger "hat in der Vorstandschaft die Chemie nicht mehr gestimmt", versucht sich Klein an einer Erklärung. Es gab offenbar zwei Lager. Eins verortet Klein bei Mitgliedern um Sabathil. Das andere um die Aktiven der Schützengruppe, die größtenteils aus der Familie Klein besteht. Darunter ist auch der bisherige Schießwart, Karlheinz Klein junior. Der Sohn des scheidenden Vorsitzenden legte sein Amt ebenfalls nieder. Die Schützen um ihn planen nun einen eigenen Zusammenschluss. Womöglich unter dem Namen Schießgruppe Weiden, so Klein senior.

Bei der Kameradschaft, der nun ein qualifizierter Schießwart und viele der bisher aktiven Schützen fehlen, liegt der Sportbetrieb dagegen vorerst brach. Man werde sich aber rasch um die Ausbildung eines neuen Schießwarts kümmern, sagt Sabathil. Auch er berichtet von einer Spaltung in zwei Lager, die schon länger anhalte. Manchen sei der Umgangston bisher zu soldatisch gewesen. Bei anderen "haben sich Kleinigkeiten summiert". Deshalb sei er zur Kandidatur aufgefordert worden.

Ein Auseinanderbrechen des Vereins fürchte er nicht. Es habe zwar die Austritte gegeben. Dafür hätten aber andere ehemalige Mitglieder ihre Rückkehr angekündigt. Auch neue aktive Schützen sollten sich finden. Sabathil kündigt mehr gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Vereinen an. Und "mehr Kameradschaft, mehr Ruhe". Letzteres verspricht sich übrigens auch Klein senior. Er könne der Abwahl durchaus Positives abgewinnen. Nicht zuletzt, dass er nun nach langen Jahren weniger Verpflichtungen im Ehrenamt habe.
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