Karl Holmeier besucht Dokumentationszentrum
Historisches Erbe achten

Der von Toni Schieder (Mitte) aus Richt nachgebaute Brunnen bildet das Herzstück des Ausstellungsraumes. Professor Dr. Erik Szameit (rechts) erläuterte im Beisein von Bundestagsabgeordnetem Karl Holmeier, Zweitem Bürgermeister Franz Grabinger und Ortsheimatpfleger Heinrich Schwarz (von links) das Auffinden und die Bergung des aufschlussreichen Fundstücks bei Grabungen in Dietstätt im Jahre 2007. Bild: ohr

Das Dokumentationszentrum "Slawische Siedlung" bei Weiding wurde Anfang August eröffnet. Am Freitag besuchte Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier die archäologisch-historisch bedeutsame Stätte. Professor Erik Szameit von der Universität Wien gab für die Bevölkerung eine wichtige Botschaft mit auf den Weg.

Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger begrüßte die Teilnehmer auf der Terrasse vor der Johannihütte mit Blick auf die Grabungsstätte Dietstätt. Ortsheimatpfleger Heinrich Schwarz erzählte über seinen Fund von 1985, der als Anstoß für die weitere Entwicklung gilt. Damals hatte er bei Richt eine Scherbe gefunden. Das österreichisch-deutsche Forschungsprojekt "Die Oberpfalz und ihre Nachbarregionen im frühen und hohen Mittelalter" bot die Basis für die Aufnahme der Grabungen, erläuterte Archäologe Dr. Erik Szameit von der Universität Wien. Die Kooperation mit dem Kollegen Dr. Hans Losert von der Universität Bamberg habe sich als Glücksfall erwiesen.

Die Grabungen in Dietstätt - eine frühmittelalterliche Ansiedlung - begannen im Jahre 2002, informierte der Archäologe. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts kamen die Slawen aus dem awarischen Bereich. Die Ansiedler vermischten sich und kooperierten miteinander. Professor Dr. Erik Szameit und Ortsheimatpfleger Heinrich Schwarz führten durch das Dokumentationszentrum. Der Blick richtete sich auf ein zentrales Objekt: Den von Toni Schieder aus Richt maßstabgetreu nachgebauten Brunnenkasten.

2007 gefunden


Das Original-Fundstück wurde im Spätsommer 2007 bei Ausgrabungen bei Dietstätt gefunden und wird auf das Jahr 765 nach Christus datiert. Der Innenraum umfasst neun Tischvitrinen mit Fundstücken von Heinrich Schwarz und weiterer Personen sowie diverse Exponate aus den Forschungsgrabungen.

An den Wänden illustrieren Banner die Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Sie zeigen die verschiedenen Grabungen ab 2002 in Wort und Bild, veranschaulichen die aufgegebene Siedlung bei Dietstätt, präsentieren die Herkunft der Slawen und ihre Wanderbewegungen und vermitteln einen Einblick in die Siedlungsstruktur sowie die Gebäudebautechnik.

Im abschließenden Gespräch bedauerte Professor Dr. Erik Szameit das ständige Zurückfahren der Finanzmittel für Forschungsarbeiten. Der Vorschlag von Bundestagsabgeordnetem Karl Holmeier, aus anlaufenden Arbeitsprogrammen Personen für solche Tätigkeiten zu verwenden, hielt der Fachmann für nützlich. Aber die ausgewählten Hilfskräfte bräuchten vor ihrem Einsatz eine grundlegende Einführung für eine solch diffizile Aufgabe.

"Die Bevölkerung möge ihr archäologisches und historisches Erbe noch mehr achten und lieben und darauf achten, dass dieses nicht zerstört wird", lautete die Botschaft von Professor Dr. Erik Szameit. Inzwischen sei die Oberpfalz seine zweite Heimat geworden.
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