Katholische Erwachsenenbildung zeigt Ausstellung zum Thema Flucht
Gastfreundschaft bringt Segen

In der Regionalbibliothek zeigt die Katholische Erwachsenenbildung eine Ausstellung zum Thema Flucht. Zur Eröffnung erläuterte Referentin Beate Eichinger den Besuchern die Inhalte der einzelnen Tafeln. Bild: Otto

Die Ankunft der vielen Flüchtlinge mag etwas Neues sein. Ein paar Antworten darauf sind aber schon jahrtausendealt, wie eine Ausstellung zeigt. Und sie finden sich in Schriften, die zur Grundlage auch der abendländischen Kultur gehören.

Der Umgang mit Geflüchteten ist auch in den Kirchen ein wichtiges Thema. Mit der Ausstellung "Gott liebt die Fremden. Biblische Herausforderungen", die noch bis 4. Mai in der Regionalbibliothek zu sehen ist, weist die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) auf biblische Botschaften hin, die in dieser Frage eine Orientierung sein können.

"Wirklich dankbar bin ich für die eindeutigen Zeichen der Kirche, weiterhin Gastfreundschaft zu pflegen und sich für geflüchtete Menschen einzusetzen", erklärt zur Ausstellungseröffnung Beate Eichinger, Theologische Referentin der KEB im Bistum Regensburg. Sie betont die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Papst Franziskus habe mit seinem Besuch auf Lesbos und der Geste, drei muslimische Familien mit in den Vatikan zu nehmen, diese Idee mit Leben erfüllt.

Zwölf Tafeln


Auf den zwölf Tafeln der Ausstellung werde deutlich, dass das Fremdsein und der Umgang mit Fremden einer der roten Fäden sei, aus denen der biblische Erzählteppich gewebt sei. "Beim Streifzug durch die biblischen Schriften finden wir bekannte, vertraute, lieb gewonnene Identifikationsfiguren, die selbst Fluchterfahrung machen - von Abraham bis Jesus." Ein Teil der Tafeln beschäftigt sich mit eben diesen Identifikationsfiguren. Da sind "Abraham und Sara", die Zeit ihres Lebens Migranten gewesen seien. "Sie sind die Symbolfiguren für Aufbruch geworden." "Josef und seine Brüder" seien seinerzeit Paradebeispiele der Integration gewesen. "Josef arbeitet sich im Land des Pharaos hoch, übernimmt Verantwortung und erntet Dankbarkeit."

"Mose und das Volk Israel" werden auf einer weiteren Tafel thematisiert. Die Grunderfahrung der Unterdrückung, Fremdheit in Ägypten und der Befreiung werde "für das Volk Israel zur prägenden Zentralerfahrung". Die Geschichte von "Rut - eine Moabiterin wird Teil des Volkes Israel" schildere ebenfalls eine gelungene Integration. "Jesus und die frühe Christen-Gemeinde" stellten schließlich eine Brücke von den alttestamentlichen Urgeschichten über die frühchristliche Zeit bis hin zur Gegenwart dar. Jesus als Kleinkind auf der Flucht nach Ägypten oder auch Paulus, der über die Stadtmauer von Damaskus geflohen sei, weckten "ganz konkrete Assoziationen zur heutigen Situationen von Christen in Syrien".

Fremd in der Welt


Auf einigen anderen Tafeln finden sich nicht die Identifikationsfiguren, sondern biblische Gebote zum Schutz von Ausländern, also die "prinzipielle Gleichstellung der Fremden, das Gebot der Nachlese, Gottes Zuwendung zu den Schwachen, aber auch das Wissen um die eigene Fremdheit in der Welt".

Viele Geschichten der Bibel befassten sich mit dem Konzept der Gastfreundschaft. "Das hebräische Wort ,ger' steht gleichermaßen für ,Gast' wie für ,Fremder'." Da klängen viele Erzählungen an, zum Beispiel der Besuch der drei Männer bei Abraham oder die Propheten Elija und Elischa, die bei ihren Gastgebern die verstorbenen Söhne zum Leben erweckten. Sie erfahren: "Gastfreundschaft bringt Segen."

Es gehe beim Helfen aber nicht um ein huldvolles Almosengeben aus der Position des privilegiert Besitzenden an passiv empfangende Objekte, erklärt Beate Eichinger. Die biblischen Erzählungen erinnerten daran, dass jeder Mensch Flüchtling sei. Sie forderten eine tief empfundene Solidarität ein, so die Referentin. Zum Schluss fasst Eichinger zusammen: "Das auserwählte Volk wird seinem Status erst dann gerecht, wenn es den universellen Heilswillen Gottes akzeptiert - nicht nur akzeptiert, sondern als Kernbestand des Gottesbildes verinnerlicht."
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