KEB stellt "Interreligiöses Frauenfrühstück" vor
Dattelpalme und Rebstock

Drei Konfessionen, ein Anliegen: der Dialog der Konfessionen. Vor 14 Jahren haben Gertrud Kilgert, Ayse Sahin und Luise Bortenschlager (von links) das Interreligiöse Frauenfrühstück ins Leben gerufen. Bild: otj

Aus der Freundschaft zwischen einer Muslima und einer Christin entstand die Idee, sich über den eigenen Glauben und den der anderen auszutauschen. 2002 riefen die beiden mit einer weiteren Mitstreiterin das "Interreligiöse Frauenfrühstück" in Neutraubling ins Leben.

Die Katholische Erwachsenenbildung hatte am Mittwoch zu einem Vortrag der drei Gründerinnen eingeladen, die das Modell näher vorstellten. Die Katholikin Gertrud Kilgert, die Muslima Ayse Sahin und die Protestantin Luise Bortenschlager vermittelten einen lebendigen Eindruck davon, welche Bereicherung es sein kann, sich auf den Glauben des jeweils anderen einzulassen.

Unterschiede respektieren


Gegründet hat sich die Initiative vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September 2001 bei einem gemeinsamen Friedensgebet. Das Ziel sei gewesen, sich kennen zu lernen, Gemeinsamkeiten im Glauben zu entdecken, aber auch die Unterschiede verstehen zu lernen und zu respektieren.

Seit 14 Jahren laden die Gläubigen abwechselnd zum gemeinsamen Frühstück ein. Mal in der Moschee, mal in der evangelischen Gemeinde, mal im katholischen Pfarrsaal von Neutraubling und seit einigen Jahren auch ins alevitische Kulturzentrum. Es gehe im wahrsten Sinne des Wortes um "Gott und die Welt".

Die wichtigste Voraussetzung für einen gelingenden Dialog der Religionen sei die Goldene Regel: "Alles, was ihr nun von anderen erwartet, das tut ihnen auch", erklärt Gertrud Kilgert. Der Spruch ist auch Teil des Logos, das eine Dattelpalme und einen Rebstock zeigt.

Weitere elementare Werte seien Offenheit, Respekt und ein tiefes Interesse an der Religion des anderen. "Muslime sind nach dem Koran verpflichtet, andere Religionen zu kennen. Der Koran sagt: Lies, lerne, bilde dich", erklärt Ayse Sahin. Die Verbundenheit der unterschiedlichen Religionen bewähre sich auch in der Praxis. "Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo beispielsweise hat die Regensburger Ditib-Moschee zum Gebet eingeladen", so Luise Bortenschlager. Beim Katholikentag hätten die muslimischen Frauen Kuchen für die christlichen Teilnehmer gebacken.
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